Magdeburg (dpa) l Für die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners stellt Sachsen-Anhalt in diesem Jahr rund 330.000 Euro zur Verfügung. Das Landeszentrum Wald werde die nötigen Arbeiten koordinieren und Aufgaben verteilen, teilte das Umweltministerium auf Anfrage mit. Ein Schwerpunkt bei der Bekämpfung werde erneut der Elberadweg sein. Auch das Dessau-Wörlitzer Gartenreich steht im Fokus.

Der Eichenprozessionsspinner ist ein Schmetterling. Seine Raupen leben in Nestern an Eichenbäumen. Die Raupen bilden giftige Härchen aus, die bei Berührung zu allergischen Reaktionen und Juckreiz führen können. Um Gesundheitsgefahren für Radfahrer auszuschließen, hatten im vergangenen Jahr mehrere Gemeinden in Erwägung gezogen, den touristisch wichtigen Elberadweg zu sperren.

Bekämpfung nach dem Schlüpfen

Mit den Maßnahmen zur Bekämpfung des Schädlings könne nach dem Schlüpfen der Raupen begonnen werden, sagte eine Sprecherin des Umweltministeriums. Normalerweise ist das im April der Fall. Weil es in diesem Jahr lange sehr kalt war, könne es aber auch erst Anfang Mai der Fall sein, hieß es.

Wie groß die Flächen sind, auf denen der Eichenprozessionsspinner bekämpft wird, lasse sich deshalb noch nicht genau abschätzen. Schwerpunkte seien aber vor allem die Forstreviere in der Altmark sowie um Dessau, Wörlitz und Wittenberg. Das Landeszentrum Wald werde die Flächen digital erfassen, um die Gesamtbekämpfung zu koordinieren.

Bekämpfung aus der Luft

Die Bekämpfung soll den Angaben zufolge wieder aus der Luft erfolgen. Voraussetzung sei jedoch, dass es dafür zugelassene Pflanzenschutzmittel gebe. Das sei derzeit noch nicht der Fall. Klappt es mit der Zulassung nicht rechtzeitig, werde vom Boden aus bekämpft – etwa, indem die Nester abgesaugt werden.

Finanziell beteiligen sich an der Bekämpfung des Schädlings gleich mehrere Ministerien. Rund 180.000 Euro gibt das Umweltministerium, je 50.000 Euro kommen aus den Etats von Innen-, Sozial-, und Wirtschaftsministerium. Im vergangenen Jahr wurde der Eichenprozessionsspinner auf rund 650 Hektar bekämpft.