Magdeburg (dpa) l Mehrmals pro Woche bekommen sie kostenfrei frisches Obst, Gemüse und Milch: Rund 40.800 Kinder profitieren vom Schulobst- und -gemüseprogramm des Landes. An der mit EU-Geld finanzierten Aktion nehmen in diesem Schuljahr 322 Schulen und 138 Kindertagesstätten teil, wie das Landwirtschaftsministerium auf Anfrage mitteilte. "Mit diesem EU-Programm ermöglichen wir vielen Kindern den regelmäßigen Zugang zu gesunden Lebensmitteln", sagte Agrarministerin Claudia Dalbert (Grüne). Sie freue sich, dass das Programm von den Schulen und Kitas so gut angenommen werde. Teilnehmen dürfen Grund- und Förderschulen bis Klassenstufe 4 sowie Kitas mit Kindern ab 3 Jahren.

35 Lieferanten haben sich demnach auf eine entsprechende Liste eintragen lassen. Sie stammen fast alle aus Sachsen-Anhalt, wie eine Ministeriumssprecherin sagte. Bio-Anbieter seien eher weniger darunter – den Angaben zufolge sind es vier. Insgesamt versorgen derzeit 23 Lieferanten die Schulen und Kitas mit Obst, Gemüse und Milch. Die Schulen und Kitas können einen Lieferanten aus der Liste ansprechen, der dann mit dem Land eine Fördervereinbarung schießt. Es geht aber auch umgekehrt: Lieferanten können auf eine Einrichtung ihrer Wahl zugehen und ihnen die Belieferung anbieten.

Okö-Anbieter bevorzugt

Bei der Entscheidung, welche Schulen zum Zug kommen, achtet das Ministerium zum einen auf regionale Ausgewogenheit – aus jeder Region sollen Einrichtungen davon profitieren, wie die Sprecherin erläuterte. Öko-Anbietern werde wenn möglich Vorrang eingeräumt.

Zum anderen müssen aber auch die Schulen und Kitas für ihre Teilnahme etwas tun. "Mit den begleitenden Bildungsinhalten werden ganz praktisch Kenntnisse rund um gesunde Ernährung vermittelt", sagte Dalbert. Das Programm solle ein Impulsgeber für eine stärkere Gesundheits- und Umweltorientierung in den Einrichtungen sein. Pädagogische Maßnahmen zur Begleitung können den Angaben zufolge zum Beispiel eine Behandlung im Sachkundeunterricht, ein Schulgarten oder Projekte zum Thema gesunde Ernährung sein.

Die aktuelle Runde des Programms läuft noch bis zum Ende des Schuljahres. Los ging es im vergangenen Schuljahr 2017/2018. Die Teilnehmer verpflichten sich immer für zwei aufeinanderfolgende Schuljahre. Im neuen Schuljahr 2019/2020 startet dann eine neue Runde - im Wesentlichen zu den gleichen Bedingungen. Ob Verbesserungen möglich sind, prüft das Landwirtschaftsministerium derzeit zusammen mit dem Bildungs- und dem Sozialressort.