Magdeburg l Ein Satz von ihm hallt bis heute nach: „Der Islam gehört inzwischen auch zu Deutschland." Und Ex-Bundespräsident Christian Wulff steht nach wie vor zu seiner Aussage. „Er war und ist richtig", betont der 57-jährige CDU-Politiker im Volksstimme-Interview, das am Sonnabend in der Zeitung erscheint. Deutschland sei immer von Glaubensvielfalt geprägt gewesen.

„Wir sind frei zu glauben – oder nicht zu glauben – und diesen Glauben zu leben", so Wulff. Das sei ein Ergebnis der Aufklärung. Es habe viele Konflikte gegeben, die von Religionen beeinflusst waren – diese habe Deutschland überwunden. Mit Blick auf Terror und Islamismus erklärt er, „für Fundamentalisten, für Islamisten ist in Deutschland kein Platz". Aber: „Die Muslime gehören dazu – und natürlich auch ihr Glauben."

Die Erfolge der AfD bei den Landtagswahlen im vergangenen Jahr betrachtet Wulff mit Sorge. „Sollte der Nationalismus in Deutschland und der Welt wieder die Überhand gewinnen, dann wird unser Land am stärksten darunter leiden", warnt er.

Die etablierten Parteien müssten viel deutlicher machen, dass die Erfolge Deutschlands wesentlich darin begründet liegen, dass das Land seinen Weg in und mit Europa gehe. „Als Wirtschaftsstandort leben wir vom Export und von der Innovation", erklärt Wulff. „Weltoffenheit ist ein wesentlicher Grund für unseren wirtschaftlichen Erfolg, der dafür sorgt, dass Menschen Arbeit und Einkommen haben und ihre Familien ernähren können." Diese Bedeutung der internationalen Einbindung Deutschlands sei sicher nicht allen klar.