Viele Menschen erleichtern durch Plaudereien in sozialen Netzwerken Dieben das Leben

Facebook und Co. machen Einbrecher froh

Von Michael Bock 04.11.2011, 05:22

Magdeburg l Ach du Schreck, Einbrecher lieben Facebook, Twitter und Co. Warum? Ganz einfach. Viele Menschen plaudern in den sozialen Netzwerken freimütig aus, dass sie den Abend im Theater verbringen oder - viel besser noch - gleich drei Wochen in der Karibik urlauben.

Dann schlägt sie, die Stunde des modernen Diebes. Früher, ja, da lag er auf der Lauer und baldowerte tagelang das Objekt der Begierde aus. Heute lässt er die Langfinger behende über die Computer-Tastatur huschen. Die Opfer werden über Facebook ausspioniert. Ist die Bude sturmfrei gemeldet, rückt der Räuber in aller Ruhe an. Einbruch ganz leicht gemacht!

Schön ist, dass heutzutage Diebes-Personal eingespart werden kann. Der Kumpel, der früher Schmiere stehen musste, hat ausgedient. Die Gefahr, dass jemand überraschend auftaucht, ist verschwindend gering.

Das glauben Sie nicht? Na, dann nehmen wir 50 Ex-Einbrecher als Kronzeugen. Die haben in einer ungewöhnlichen Studie verraten, dass sie (als sie noch richtig fies und gemein waren) Facebook und Co. genutzt haben, um ihre Beutezüge vorzubereiten. Sozusagen Internet-Shopping für Einbrecher.

Gut zu wissen, dass es auch richtig blöde Diebe gibt. Solche wie Möchtegern-Einbrecher Jonathan P. Der klaute in einer Wohnung zwei Diamantringe. Dann aber verlockte der eingeschaltete Computer ihn dazu, mal eben auf Facebook nach den Freunden zu schauen. Dumm nur: Jonathan meldete sich nicht wieder ab.

Als die Eigentümerin nach Hause kam und den Diebstahl bemerkte, entdeckte sie auf dem Bildschirm ihres Computers die Profilseite des Täters. Nur wenig später machte die Polizei den Räuber dingfest. Merke: Auch der moderne Dieb tappt immer noch in Fallen. Irgendwie beruhigend.