Magdeburg (tw) l Mit den Karnevalshochburgen Köln, Mainz oder Düsseldorf lässt sich die närrische Welt in Sachsen-Anhalt nicht vergleichen - aber auch rund um Magdeburg und im Harz sind die Narren los. Die Polizei warnt in diesem Zusammenhang vor Taschendieben und Trickbetrüger.  Sie gibt auch Tipps, wie sich Frauen vor K.O.-Tropfen und Sexualdelikten schützen. "Wir als Polizei wollen auf gar keinen Fall die Lust am Fasching verderben, aber ein paar Hinweise geben", so Sebastian Alisch von der Pressestelle der Polizeidirektion Nord.

Schutz vor Taschendieben

"Taschendiebe gehen in Gruppen arbeitsteilig vor: Einige lenken das Opfer ab, einer zieht die Beute, andere nehmen die Beute dann an sich. Bevorzugtes Diebesgut sind Brieftaschen", erläutert Sebastian Alisch. "Die meisten Opfer sind Frauen."

Die Täter gehen beispielsweise so vor:

  • Im Gedränge werden die Opfer „versehentlich“ angerempelt. Auf der Treppe werden sie von eiligen Passanten kurz in die Mitte genommen. Beim Einsteigen in den Bus stolpert ihr Vordermann, er bückt sich oder bleibt plötzlich stehen. Während die Opfer nach Halt suchen oder auflaufen und abgelenkt sind, greift ein Komplize in die Tasche.
  • Jemand rückt unangenehm dicht an das Opfer heran. Es wendet dem Täter verärgert den Rücken zu - und damit ist die Schultertasche griffbereit.
  • Ein Fremder bittet das Opfer, einen Geldschein zu wechseln. Wird dann die Brieftasche geöffnet, lenkt der Täter das Opfer ab, etwa weil er eine Münze in die Brieftasche wirft, und stiehlt dabei die Geldscheine.
  • Das Opfer wird versehentlich mit Ketchup oder ähnlichem bekleckert, beim wortreichen Reinigungsversuch verschwindet das Geld aus der Tasche.

So schützt man sich vor Taschendieben:

  • Nach Möglichkeit sollten keine größeren Geldbeträge mit auf die Party genommen werden.
  • Geld, Kreditkarten und Papiere sollten in verschiedenen verschlossenen Innentaschen der Oberbekleidung dicht am Körper statt in der Handtasche getragen werden.
  • Llieber einen Brustbeutel benutzen, eine Gürtelinnentasche, einen Geldgürtel oder eine am Gürtel angekettete Geldbörse.
  • Frauen sollten ihre Hand- oder Umhängetasche immer unter den Arm geklemmt tragen.
  • Handtasche sollten nie aus den Augen gelassen werden - und nie im Restaurant an der Stuhllehne hängen.

Schutz vor K.O.-Tropfen

"Bei der Verabreichung von K.O.-Tropfen können verschiedene Straftatbestände wie gefährliche Körperverletzung, Freiheitsberaubung, versuchte oder vollendete Vergewaltigung sowie Raubstraftaten eine Rolle spielen", erläutert Sebastian Alisch.

So schützt man sich vor K.O.-Tropfen:

  • Getränke bei der Bedienung bestellen und selbst entgegennehmen.
  • Keine offenen Getränke von Unbekannten annehmen.
  • Offene Getränke nicht unbeaufsichtigt lassen.
  • Bei Übelkeit Hilfe beim Personal suchen.
  • Freunde holen im Ernstfall sofort ärztliche Hilfe für das Opfer und verständigen das Personal.

Im Notfall Arzt rufen

Im Ernsfall müsse schnell gehandelt werden, so Alisch. "Hat sich nach einem Getränk der eigene Zustand unerklärlich verändert, gibt es motorische oder psychische Auffälligkeiten, die man sich nicht erklären kann, oder gab es einen Filmriss", sollte schnellstens ein Arzt gerufen werden. "Der Verdacht auf eine Vergiftung durch K.O.-Tropfen kann durch Urin- und Blutproben nachgewiesen werden, jedoch ist der Nachweis bei manchen Substanzen nur wenige Stunden nach dem Konsum möglich", erklärt der Polizeibeamte. Auch sollte unbedingt Anzeige bei der Polizei gestellt werden.  "Scham oder Angst sollte nicht davon abhalten, die Polizei einzuschalten."