Magdeburg l Das Fußballderby am Sonnabend zwischen Hansa Rostock und dem 1. FC Magdeburg stuft die Polizei als Risikospiel ein. Daher werden neben mehreren Hundertschaften aus Sachsen-Anhalt zur Unterstützung auch Einsatzkräfte aus drei weiteren Bundesländern erwartet. Nach Volksstimme-Informationen sind zudem Wasserwerfer, Hubschrauber und berittene Beamte angefordert. Zu den Polizeikräften sollen außerdem noch rund 500 Ordner im Stadion eingesetzt werden.

Einsatzleiter Polizeidirektor Dietmar Schellbach: „Wir sind auf alles vorbereitet, gehen aber von einem friedlichen Verlauf aus.“ Insgesamt werden 21.000 Zuschauer erwartet. Knapp 20.000 Karten sind bereits verkauft, davon 1700 an die Rostocker. Nach Erkenntnissen der Bundespolizei kommen allein aus Richtung Berlin 400 bis 600 Hansa-Fans. Ab Genthin werden sie durch eine Hundertschaft zum Haltepunkt Herrenkrug begleitet. Weitere reisen über Wittenberge an. Sie treffen gegen Mittag am Hauptbahnhof ein. Bundespolizeisprecherin Chris Kurpiers: „Wir werden mit mehreren hundert Beamten aus Sachsen, Hessen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt die Fans in den Zügen begleiten.“ Im Osten der Stadt müssen mehrere Straßen gegen Mittag und zur Abreise zwischen 16.30 und 19 Uhr zeitweise gesperrt werden.

Die ursprüngliche Befürchtung, dass sich Hansa-Fans unbemerkt unter die Zuschauer mischen, hat sich nicht bestätigt. Laut FCM-Organisationsleiter Matthias Kahl haben die Rostocker ihre wegen des Boykotts der DFB-Strafe (Ticketsperre bei Auswärtsspielen) von Magdeburgern zugespielten Eintrittskarten wieder zurückgegeben. Grund war die Rücknahme des Teilausschlusses.

Kritik von Händlern an Polizei

Neben anreisenden Fans werden auch rund 8000 Besucher zum MDR-Landesfunkhausfest erwartet. Zum Pferderenntag im Herrenkrug kommen laut Vereins-Präsident Heinz Baltus ebenfalls mehrere tausend Besucher: „Für uns ist das eine Katastrophe. Wir haben jetzt aber unser erstes Rennen auf 14.30 Uhr gelegt.“ Eine halbe Stunde nach Spielbeginn. Er empfiehlt dennoch seinen Gästen, über Biederitz anzureisen oder den Parkplatz Lange Lake zu nutzen. Ab 15 Uhr rechnet auch der Nachtflohmarkt auf dem Messegelände mit 3000 Besuchern.

Arno Frommhagen, Sprecher der IG Innenstadt: „Dem Spiel sehen wir Händler gelassen entgegen, da gab es in den letzten Jahren keine Probleme. Zum Verkehrschaos kommt jetzt aber die schlechte Baustellenplanung. Wir hoffen, dass die Polizei diesmal endlich auch manuell in den Verkehr eingreift.“

Polizeisprecher Frank Küssner: „Das macht leider keinen Sinn, aus Mangel an Alternativrouten. Die Ampeln sind aber automatisch auf die Verkehrsströme abgestimmt.“