Magdeburg l Nach Bekanntwerden eines Rekorddefizits am Uniklinikum Magdeburg gibt es Konsequenzen: Dem Klinikvorstand wird ab Sommer ein externer Berater zur Seite gestellt, teilte das zuständige Wissenschaftsministerium gestern mit. Zudem soll der Vorstand monatlich einem eigens eingerichteten Finanzausschuss berichten. Das hat der Aufsichtsrat unter Vorsitz von Wissenschaftsminister Armin Willingmann (SPD) beschlossen. Am Dienstag war bekannt geworden, dass die Klinik tief in den roten Zahlen steckt. 2018 schrieb das mit mehr als 4000 Mitarbeitern größte Krankenhaus im Landesnorden ein Minus von 17,2 Millionen Euro. Für 2019 wird gar ein Defizit von 27 Millionen Euro erwartet. Der Aufsichtsrat hatte den Wirtschaftsplan wegen der Lage mehrfach nicht beschlossen.

17,8 Millionen Euro des erwarteten Defizits entfallen allein auf notwendige Investitionen. Grund ist nach Klinikumsangaben ein horrender Erneuerungsstau bei Geräten und Gebäuden.

Nach Unterlagen des Landesrechnungshofes war die Landesregierung von Sachsen-Anhalt bereits 2015 über den wachsenden Bedarf informiert. Dennoch wurden Landesmittel für Investitionen unter der Vorgängerregierung über Jahre erheblich gesenkt, bevor sie ab 2017 wieder stiegen. Der Ärztliche Direktor Hans-Jochen Heinze fordert jetzt schnell deutlich mehr Unterstützung. Um aus der Krise zu kommen, sei die Erneuerung von IT, Küche oder Laboren Voraussetzung. Den Bedarf beziffert Heinze mit 100 Millionen Euro in den nächsten vier Jahren.

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