Magdeburg l Nach Bekanntwerden des Rekorddefizits im Magdeburger Uniklinikum laden Klinikvorstand und Personalrat die Beschäftigten am 10. Mai um 13 Uhr zur Versammlung im zentralen Hörsaal auf dem Campus. Thema wird die angespannte finanzielle Lage des Klinikums sein, erfuhr die Volksstimme.

„Es herrschen Verunsicherung und eine schlechte Stimmung in der Mitarbeiterschaft“, sagte Personalratschef Markus Schulze auf Nachfrage vorab. Der Personalrat vertritt die Interessen von rund 2800 Beschäftigten des größten Krankenhauses im Landesnorden. Grund für den Frust der Mitarbeiter ist nach Volksstimme-Informationen jahrelange Mehrbelastung ausgelöst durch die Finanzknappheit des Hauses. Ausgebliebene Landesmittel für Investitionen in Infrastruktur und Geräte wurden demnach aus dem Personalbudget umgeleitet. In der Folge wurde die Stellenzahl verknappt – Doppelschichten etwa seien deshalb nicht selten, hieß es. Wegen der schwierigen Bedingungen hätten etliche Mitarbeiter das Klinikum bereits verlassen.

Um aus der Krise zu kommen, fordert der Ärztliche Direktor Hans-Jochen Heinze zusätzliche Landesmittel von 100 Millionen Euro binnen vier Jahren für nötige Investitionen. Die CDU-Fraktion signalisierte gestern, sich für eine auskömmlichere Finanzierung der Uniklinika im neuen Haushalt einsetzen zu wollen. Am Dienstag war bekannt geworden, dass die Uniklinik Magdeburg 2019 mit einem Defizit von 27 Millionen Euro plant. Bereits 2018 hatte das Haus ein Minus von 17,2 Millionen Euro eingefahren. Hauptkostenfaktor ist nach Klinikangaben ein enormer Erneuerungsbedarf bei Geräten und Gebäuden.