Franckesche Stiftungen wollen Welterbetitel: zweiter Anlauf

Von dpa

Halle - Die Franckeschen Stiftungen in Halle wollen in einem zweiten Versuch Unesco-Welterbe werden. „Bildung für Alle“ werde Thema des Antrags sein, die Geschichte wie auch die Gegenwart würden einbezogen, teilten die Stiftungen am Dienstag in Halle mit. Es solle die Ideengeschichte und die pädagogische Praxisgeschichte mit der Architektur der Stiftungen in Verbindung gesetzt werden. Man wolle einen Baustein liefern, der auf der Unesco-Welterbeliste noch unterrepräsentiert sei. Ein erster Antrag war Ende 2015 zurückgezogen worden, nachdem ihm keine Chancen eingeräumt worden waren.

Das Land Sachsen-Anhalt unterstützt die Franckeschen Stiftungen beim zweiten Anlauf. Staats- und Kulturminister Rainer Robra (CDU) übergab der Stiftung am Dienstag einen Zuwendungsbescheid über 186 600 Euro, damit der Aufnahmeantrag erarbeitet werden kann.

„Franckes Vision war die Verbesserung des Menschengeschlechts, die Erziehung und Bildung jedes Einzelnen entsprechend seiner individuellen Begabungen - Waisen und Fürstenkinder gleichermaßen, Jungen ebenso wie Mädchen“, erklärte Robra. „Seine Pädagogik ist bis heute wirksam in den Schulen unseres Landes, seine Schulstadt hier in Halle gibt als Kulturdenkmal ersten Ranges Zeugnis von dieser Leistung und ist es wert, als Erbe der Menschheit anerkannt zu werden.“

Stiftungsdirektor Thomas Müller-Bahlke sagte, bestenfalls könnte 2027, im 300. Todesjahr von August Hermann Francke, die Aufnahme in das Unesco-Welterbe erfolgen.

Stiftungsgründer August Hermann Francke (1663-1727) ließ 1721 auf dem Gelände der einstigen Schulstadt auch ein Krankengebäude errichten, heute gibt es dort kein Krankenhaus mehr. Auf dem Areal sind Schulen und Kitas sowie Internate, ein Mehrgenerationenhaus, wissenschaftliche Einrichtungen und die Bundeskulturstiftung ansässig. Die Stiftungen sind auch ein Ort für die Kultur.