Mit strikten Verboten greift die Obrigkeit besonders heftig tradierte Freiheitsrechte der Bevölkerung an. Da ist grundsätzlich Vorsicht geboten. Und wer seit 50 Jahren wie seine Vorfahren Gartenabfälle verbrennt, empfindet den Eingriff stärker als ein Städter mit Sammelstelle um die Ecke, für den stärkere Reglementierung sowieso zum Alltag gehört.

Wer auf dem Lande wohnt und ein großes Grundstück hat, sollte weiter die eingeschränkte Möglichkeit haben, zu verbrennen. Woanders geht das Verfeuern von ganz alleine zurück. Um Ärger mit den Nachbarn zu vermeiden oder weil es nun mal stinkt, werden immer mehr Kleingärtner und Hausbesitzer freiwillig auf das Recht verzichten. Sicher auch, weil es in bevölkerungsreichen Regionen ein dichtes Netz von Sammelstellen gibt. Und die bezahlen auch diejenigen über ihre Müllgebühren mit, die Laub verbrennen. Die Entwicklung geht in die richtige Richtung. Das strengste Verbot ist deshalb nicht angemessen.