Magdeburg l Sind es 150.000 Euro im Jahr? Oder eher 400.000 Euro? Über die Gehälter von Sachsen-Anhalts Sparkassen-Vorstände wird viel spekuliert. Öffentlich gemacht werden sie nicht. Genau das will die Linke im Landtag ändern. Die Oppositionsfraktion strebt ein novelliertes Sparkassen-Gesetz an. Mittwoch (15. Januar) werden dazu im Finanzausschuss Fachleute angehört. „Die Sparkasse ist eine öffentliche Bank“, begründet Finanzpolitiker Swen Knöchel den Vorstoß. „Für sie sollten dieselben Maßstäbe gelten wie für andere öffentliche Betriebe auch.“

Aus Sicht der Sparkassen ist das Teufelszeug: Grundgesetzwidrig und obendrein gefährlich. „Die Veröffentlichung der Vergütung wird im familiären Umfeld und Bekanntenkreis zu Verwerfungen und Anfeindungen führen“, schreibt Michael Ermrich, Chef des Ostdeutschen Sparkassenverbands. SPD-Finanzer Andreas Schmidt meint: „Das überzeugt mich nicht.“

Seine Partei und die Grünen halten eine Offenlegung für richtig. Auch Finanzminister Michael Richter (CDU) hätte nichts dagegen, sagt sein Sprecher. Bedenken kamen noch aus der CDU-Fraktion. Gehört wird heute auch ein Sprecher der „Bürgerbewegung Finanzwende“ aus Berlin. Sie hält es angesichts von Null- und Minuszinsen für wichtig, dass die Chefgehälter nicht steigen. Transparenz würde eine öffentliche Kontrolle erst ermöglichen.

Bislang haben vier Bundesländer eine Offenlegung beschlossen. In Aachen (NRW) bekommen Sparkassen-Chefs bis zu 700.000 Euro im Jahr.