Magdeburg l In einem Magdeburger Baumarkt ist am 15. April 2019 an mehreren Stellen ein Feuer während der Geschäftszeit gegen 15 Uhr ausgebrochen. Zwei Mitarbeiter des Marktes wurden verletzt, etwa 50 Kunden und Angestellte konnten sich ins Freie retten. Am Montag begann dazu der Prozess gegen den mutmaßlichen Brandstifter.

Der 18-jährige Lucas S. wird in Hand- und Fußfesseln in den Gerichtssaal geführt. Es geht bei ihm um ein sogenanntes Sicherungsverfahren, weil die Staatsanwaltschaft wegen einer psychischen Erkrankung von einer Schuldunfähigkeit des jungen Mannes ausgeht. Deshalb ist er auch nicht Angeklagter, sondern Beschuldigter in dem Verfahren. Wird ihm die Tat nachgewiesen und eine Gefährlichkeit für die Allgemeinheit festgestellt, kommt eine dauerhafte Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus in Betracht. Im Ermittlungsverfahren hat er die Tat bereits eingeräumt.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 18-Jährigen vor, an jenem Montag gegen 15 Uhr in dem Baumarkt im Norden der Stadt zunächst mit einem Feuerzeug in der Gartenabteilung einen auf einer Palette befindlichen Sack mit Holzkohle angezündet zu haben. Die Holzkohle glühte durch und entwickelte starken Rauch. In der Zwischenzeit begab sich Lucas S. in die Tapetenabteilung des Baumarktes und steckte dort ebenfalls mit dem Feuerzeug eine Gardine an, sodass wiederum weiterer Stoff in Flammen aufging. Auch in der Holzabteilung legte der Beschuldigte laut Staatsanwaltschaft Feuer an mehreren Zierleisten.

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Der Beschuldigte hat dabei billigend in Kauf genommen, dass durch das Feuer und die Rauchgase Menschen verletzt wurden, so der Staatsanwalt. Die Mitarbeiter des Marktes reagierten damals schnell und evakuierten das Gebäude. Auch die Brände konnten sie schon vor dem Eintreffen der Feuerwehr rechtzeitig löschen. Dabei wurde einer der Mitarbeiter so verletzt, dass er im Krankenhaus behandelt werden musste. Die Verteidigerin von Lucas S. kündigte für den nächsten Prozess­tag am 21. Oktober 2019 eine Aussage ihres Mandanten an.