Halle (dpa) l  In Sachsen-Anhalt sind in den ersten zehn Monaten weniger Patienten mit Krankenhauskeimen als im Vorjahreszeitraum infiziert worden. Demnach wurden bis Mitte Oktober 55 Fälle im Land gemeldet, wie eine Sprecherin des Robert Koch-Instituts (RKI) in Berlin erklärte. Im Vorjahreszeitraum waren es 81 Fälle.

Laut RKI infizieren sich vor allem ältere Menschen mit den Keimen. Die Erreger können demnach Infektionen an Haut, Weichteilen und Knochen verursachen. Im gesamten Jahr 2019 wurden in Sachsen-Anhalt 102 Infektionsfälle gezählt. Das waren in etwa so viele wie im Jahr davor. 2017 hingegen hatten sich noch 151 Menschen infiziert.

Nach Angaben des Landesamts für Verbraucherschutz in Halle sinken die Infektionszahlen seit Jahren. Dafür seien vermutlich mehrere Gründe ursächlich, erklärte ein Behördensprecher. Unter anderem könne der Rückgang mit besseren Hygiene-Maßnahmen in den Kliniken zusammenhängen. Dazu gehörten auch Schulungen des Personals und eine personelle Stärkung der Hygienefachkräfte. Darüber hinaus werde der Erreger erfolgreicher mit Hilfe von Antibiotika bekämpft.

Starker Rückgang in 2020

"Über den starken Rückgang der MRSA-Nachweise im Jahr 2020 kann man derzeit nur mutmaßen", sagte der Sprecher des Landesamts weiter. Das Jahr sei noch nicht abgeschlossen. Dadurch würden Daten fehlen. Zudem sei bislang nicht klar, inwieweit andere Faktoren, wie etwa die geringe Auslastung in den Krankenhäusern eine Rolle spielten.

Nach Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung sind Krankenhauskeime – auch bekannt unter der Abkürzung MRSA für Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus – Bakterien. Sie kommen auf der Haut und in den Schleimhäuten vieler gesunder Menschen vor. Erst wenn die Bakterien über Wunden oder durch die Schleimhäute in den Körper gelangen, kann eine Infektion ausbrechen. Da MRSA gegen viele Antibiotika unempfindlich sind, kann eine Erkrankung einen schweren Verlauf – bis zum Tod – nehmen.