Stendal l Unter verschärften Sicherheitsvorkehrungen wird aktuell am Stendaler Landgericht gegen drei junge Männer im Alter zwischen 17 und 20 Jahren wegen schwerer Vergewaltigung in Burg verhandelt. Sie sollen einen heute 18-Jährigen vergewaltigt, gefoltert und mit dem Tod bedroht haben.

Allerdings schloss das Gericht am gestrigen dritten Prozesstag die Öffentlichkeit bis zur Urteilsverkündung (voraussichtlich Ende Januar) aus. Grund: Die Beteiligten waren zur Tatzeit Jugendliche bzw. Heranwachsende. Weil es am zweiten Prozesstag eine handgreifliche Auseinandersetzung zwischen Angehörigen zweier Familien gab, wurde gestern die Zahl der Polizisten erhöht.

Im Jahr 2018 hatte sich um den Hauptangeklagten Ogur P. eine kleine Clique gebildet. Neben dem 20-Jährigen befanden sich darin nicht nur die Mitangeklagten Ismail A. (20) und Khaldoun R. (17). Auch das spätere Opfer Dustin L. war dabei. Anfänglich sollen alle noch befreundet gewesen sein. Doch das kippte. Die Situation eskalierte erstmals in einer Burger Wohnung im November 2018. Das Opfer soll damals von Ogur P. verprügelt worden sein. Doch das war erst der Auftakt der Misshandlungen.

Ein oder zwei Tage später folterten laut Anklage Ogur P. und Ismail A. in einer Wohnung das Opfer mit einem Messer und fügten ihm Schnittwunden zu. Anschließend habe Ogur P. mit dem Handy gefilmt, wie Ismail A. den Jugendlichen vergewaltigte. Im Frühjahr 2019 habe sich die Quälerei im Keller des Hauptangeklagten fortgesetzt. Das Opfer sollte laut Anklage für Schutzgeldzahlungen gefügig gemacht werden. Ogur P. soll den 18-Jährigen aufgefordert haben, sich „von seiner Familie zu verabschieden“. Dabei habe er eine laufende Motorsäge in der Nähe des Halses des Opfers bewegt, um es einzuschüchtern. Alle drei Angeklagten haben den Jugendlichen dann laut Anklage vergewaltigt.

Die Taten kamen erst ans Licht, als in einer anderen Sache ein Zeuge der Polizei von dem Fall im März 2020 berichtete.