Magdeburg l Nach dem Fehlstart des Bahnanbieters Abellio hat die Lokführergewerkschaft GDL dem Unternehmen ein schlechtes Image attestiert. „Das Betriebsklima ist nicht das beste – das spricht sich herum“, sagt Martin Torgau-Labuschke, GDL-Bezirksvize Mitteldeutschland. Dies sei auch der Grund, warum es Abellio nicht gelang, genügend Lokführer zu akquirieren. „Einsätze erfolgen oft auf Zuruf, ein langfristiges Planen sei kaum möglich, berichten uns Kollegen“, sagte Torgau-Labuschke.

150 Zugausfälle zu Beginn

Abellio hat nach einem gewonnenen Bieterverfahren am 9. Dezember 2018 das Diesel-Netz in Sachsen-Anhalt übernommen. Schon beim Start fehlten 40 Lokführer und mehr als 150 Züge fielen aus. Die Züge nach Wolfsburg fahren mittlerweile; im Landessüden gibt es aber noch Bus-Ersatzverkehr. Zuvor betrieben DB Regio und Hex diese Linien. Von Hex wechselten gut 100 Kollegen, doch von DB Regio ging fast niemand zu Abellio. DB-Lokführer haben Alternativen: Während Hex verschwand, fährt DB Regio viele Linien in anderen Landes-Netzen und kann dort ebenfalls Personal gut gebrauchen. Zudem zahlt die DB in eine Betriebsrentenkasse ein, was Abellio nicht macht.

Für die Ausfälle muss Abellio bislang 200.000 Euro Strafe ans Land zahlen. Die Landtagsfraktionen verlangen vom Verkehrsministerium künftig bessere Ausschreibungsverfahren. SPD und AfD forderten gar eine Vertragskündigung.