Magdeburg l Die Schadsoftware Emotet hat nun auch Sachsen-Anhalts Justizministerium erreicht. Pressesprecher Detlef Thiel bestätigte am Dienstag gegenüber der Volksstimme, dass es in den vergangenen Wochen vermehrt zu Cyber-Angriffe via E-Mail gekommen ist. „Bisher gab es zum Glück keine Schäden“, so Thiel.

Kürzlich hatte das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) in einer Mitteilung vor einer neuen Welle von Cyber-Angriffen gewarnt. Emotet gilt als eine der weltweit gefährlichsten Schadsoftwares. Mit gefälschten Absendern werden E-Mails als vermeintliche Antworten versendet. Inhalt: schädliche Word-Dokumente oder ein infizierte Link. Auf betroffenen Computern kann Emotet weitere Schadsoftware nachladen. Kriminelle erhalten so Zugriff. Immer öfter wird dann ein Erpresser-Trojaner eingesetzt und Lösegeld gefordert.

In einem internen Schreiben hatte die Informationssicherheitsbeauftragte Mitarbeiter im Justizministerium darauf hingewiesen, dass Emotet wieder aktiv ist. Auch bei der Generalstaatsanwaltschaft Naumburg kursieren infizierte Mails. „Das Problem ist, dass die Mails trügerisch echt aussehen“, sagte Oberstaatsanwalt Klaus Tewes. Er selber rufe Kollegen vor Öffnen einer E-Mail oft an, „um sicherzugehen, dass sie echt ist“.

Erst vor wenigen Tagen hatte ein Cyber-Angriff mit Emotet Teile des Berliner Kammergerichts lahmgelegt.