Hennig-Wellsow: Niederlage für die Linke

Von dpa
Susanne Hennig-Wellsow, Bundesvorsitzende der Linken.
Susanne Hennig-Wellsow, Bundesvorsitzende der Linken. Michael Reichel/dpa

Berlin/Magdeburg - Die Linke-Parteichefin Susanne Hennig-Wellsow hat eine Niederlage ihrer Partei bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt eingeräumt. „Das ist natürlich eine Niederlage und die gestehen wir uns auch ein“, sagte Hennig-Wellsow am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Es habe in Sachsen-Anhalt eine Polarisierung zwischen CDU und AfD gegeben und eine „Sicherheitswahl von etlichen Leuten, die sonst die Linke gewählt hätten“, sagte Hennig-Wellsow. Diese hätten schlicht verhindern wollen, dass die AfD stärkste Kraft in Sachsen-Anhalt wird.

Die Linke war am Sonntag bei der Landtagswahl von 16,3 auf 11 Prozent abgerutscht und kam damit auf ihr schlechtestes Ergebnis in Sachsen-Anhalt seit der deutschen Einheit. Zwar hat die Linke nach Infratest-dimap-Angaben tatsächlich 14.000 Wähler an die CDU verloren - noch mehr aber an alle anderen Parteien zusammen (19.000) und auch erhebliche Teil an die Nichtwählerschaft (10.000).

Mit Blick auf die Bundestagswahl sagte Hennig-Wellsow, man setze auf einen „heißen Sommer“ und darauf, dass man im Wahlkampf wieder mit den Menschen reden könne. Die Wirkung der Sachsen-Anhalt-Wahl auf den Bundestagswahlkampf halte sie für vernachlässigbar.

Der Erfurter Politologe André Brodocz hatte den Wahlausgang in Sachsen-Anhalt für die Linke als Warnsignal auch mit Blick auf die Bundestagswahl gedeutet. Es gebe Debatten innerhalb der Linken zur strategischen Ausrichtung, die ihr schadeten, sagte Brodocz. Hennig-Wellsow sagte dazu: „Zunächst sollte einmal klar sein, dass mit der Vielstimmigkeit spätestens jetzt Schluss ist.“