Magdeburg l Nach dem tödlichen Unfall von Nordic Walkerinnen in Hohendodeleben im Landkreis Börde ist am Dienstag vom Amtsgericht Oschersleben der 64-jährige Lasterfahrer zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten verurteilt worden. Die Strafe wurde auf drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt. Zudem soll der Hohendodeleber 150 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten und 2400 Euro für eine Rettungsstiftung zahlen. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte sich der fahrlässigen Tötung in zwei Fällen und der fahrlässigen Körperverletzung schuldig gemacht hatte. Das Gericht sprach von einem „vermeidbaren Fahrfehler“, dessen Hintergründe aber nicht näher beleuchtet werden konnten.

Der Lkw-Fahrer war am 4. Juni vergangenen Jahres auf der Straße zwischen Hohendodeleben und Magdeburg von der Fahrbahn abgekommen und überfuhr dabei drei Nordic Walkerinnen auf einem parallel zur Fahrbahn führenden Weg. Zwei Frauen im Alter von 43 und 45 Jahren verstarben am Unfallort. Eine 54-Jährige überlebte nach einer Notoperation. Unklar blieb, warum der Lkw-Fahrer plötzlich nach links von der Fahrbahn abkam und in die Fußgängergruppe fuhr. Der Angeklagte schwieg bis zum Schluss zu den Vorwürfen. Laut Gutachten hatte der Laster eine Geschwindigkeit von 58 km/h und blieb damit im Tempolimit. Für Vermutungen, dass der Fahrer nach einem Gegenstand im Fußraum suchte oder eventuell gesundheitliche Probleme hatte, gab es keine ausreichenden Beweise. Bei der Unfallaufnahme sagte der Mann nur, dass er einen „Blackout“ gehabt habe.

Die Angehörigen, die als Nebenkläger auftraten, sehen das Urteil als zu milde an. „Schlimm, dass so viele Fragen unbeantwortet blieben“, sagte die Mutter einer der getöteten Frauen. Im Schlusswort sagte der Angeklagte, dass ihm „alles sehr leid tut“. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.