Magdeburg l In Sachsen-Anhalt finden immer mehr Flüchtlinge einen Job. So sind nach den jüngsten Zahlen der Bundesagentur für Arbeit 4949 Menschen aus den acht häufigsten Asylzugangsländern im Dezember 2018 sozialversicherungspflichtig beschäftigt gewesen. Das ist eine deutliche Steigerung im Vergleich zum Dezember 2017, als die Zahl bei 2900 lag. Im September 2015, zu Beginn der verstärkten Flüchtlingszuwanderung, waren es noch 648.

Dennoch ist die deutliche Mehrheit der Flüchtlinge noch nicht in den Arbeitsmarkt integriert. In Sachsen-Anhalt sind aus den laut Arbeitsagentur wichtigsten Asylherkunftsländern Syrien, Afghanistan, Eritrea, Irak, Iran, Nigeria, Pakistan und Somalia zum Ende des vergangenen Jahres rund 25.000 Menschen im erwerbsfähigen Alter gewesen. Nur jeder Fünfte war also sozialversicherungspflichtig beschäftigt.

Trotzdem ist von den übrigen Erwerbsfähigen aus diesen Ländern nur ein Teil als „arbeitslos“ erfasst: Im vergangenen Monat waren es laut Arbeitsagentur knapp 6000 Menschen. Außerdem unterstützen die Arbeitsagenturen und Jobcenter mehr als 2000 weitere Personen mit Maßnahmen zur Eingliederung in den Arbeitsmarkt. Rund 1000 Menschen sind zudem im Dezember 2018 geringfügig beschäftigt gewesen. Ein Großteil der erwerbsfähigen Flüchtlinge ist von der Arbeitsagentur noch nicht erfasst. Bei vielen ist der Aufenthaltsstatus nicht geklärt.

„Wir stehen nicht mehr ganz am Anfang, wir sind auf einem guten Weg“, sagt Franka Kretschmer. Sie ist stellvertretende Leiterin des Zentrums für Migration und Arbeitsmarkt in Sachsen-Anhalt. Zu den größten Herausforderungen zählt laut Kretschmer weiterhin die deutsche Sprache. „Das ist das Hauptproblem“, betont sie. Aber es ist nicht das einzige.

Kaum Frauen mit Job

Beim Blick auf die Arbeitsmarktzahlen fällt auf: Frauen aus den Asylherkunftsländern sind bislang kaum in den Arbeitsmarkt integriert. Ihr Anteil an den sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten aus diesen Ländern liegt bei nur 9 Prozent. Dabei ist jeder dritte Flüchtling weiblich.

„Da ist noch viel Potenzial“, so Kretschmer. Nötig seien mehr niedrigschwellige Angebote, um Frauen an den Arbeitsmarkt heranzuführen. Sie geht davon aus, dass deren Integration mehr Zeit in Anspruch nehmen werde, schon allein, weil viele sich um Kinder kümmern müssten. Insgesamt ist die Zahl der Zuwanderer im Land deutlich zurückgegangen. 2018 verzeichnete das Sozialministerium rund 3100 Asylanträge. Die Integrationsbeauftragte Susi Möbbeck betonte dazu: „Angesichts des Arbeitskräftebedarfs der Unternehmen und der Altersstruktur im Land müssen wir stärker um Zuwanderung werben.“