Magdeburg l Fast 1700 Kilometer Landesstraße sind marode: Schlaglöcher, Risse, Spurrinnen. Außerdem bröseln viele Brücken. Da bis 2016 zu wenig gemacht wurde, hat sich ein Investitionsbedarf von 460 Millionen Euro aufgestaut. Bis 2030 sollen die Holperstrecken saniert sein. Heute legt Verkehrsminister Thomas Webel (CDU) dazu ein Strategiepapier vor.

Die Koalition hatte bereits 2016 die Gelder von einst 50 Millionen Euro auf mehr als 80 Millionen Euro jährlich aufgestockt. Webel will erreichen, dass diese Marge auch im Doppel-Etat 2020/21 verankert wird, um das Straßennetz auf Vordermann zu bringen. Sanierung hat laut Strategiepapier Vorrang vor Neubau. Doch viele Brücken - wie etwa in Staßfurt - sind so marode, dass nur ein so genannter Ersatz-Neubau in Frage kommt.

Dieses Jahr fließen gut 85 Millionen Euro. Die drei größten Projekte werden in den nächsten Wochen fertig. Voran im September die Umfahrung Schernikau bei Stendal. Sie wird eine wichtige Zubringerstraße zur künftigen A 14. Bis Oktober sind dann auch die Ortsdurchfahrten in Arendsee (Altmarkkreis Salzwedel) und Ivenrode (Börde) wieder top.

Am teuersten werden zwei Brücken über die Bode. Der Übergang in Neugattersleben wird derzeit für fast 6 Millionen Euro neu gebaut. Für knapp vier Millionen Euro erhält Staßfurt eine neue Bodebrücke. Freie Fahrt gibt es 2020.

Schlimmste Pisten bei Halle

Die schlechtesten Landesstraßen stehen ganz oben auf der Dringlichkeitsliste. Die schlimmsten Pisten hat demnach der Saalekreis um Halle. Dort werden dieses und nächstes Jahr jeweils 24 Straßen und Brücken saniert. Danach folgen der Bördekreis und der Salzlandkreis mit jeweils 21 Vorhaben. Etwas länger warten müssen die Anwohner im Burgenlandkreis. Dort stehen nur vier Projekte auf der aktuellen Bauliste.

Unklar bleibt, wie es mit der Sanierung der Kreis- und Gemeindestraßen weitergeht. Die sind genauso kaputt wie die Landespisten. Das Netz der kommunalen Straßen ist mit 70.000 Kilometern aber fast 20mal größer. Bislang gab es für die Kommunalen jährlich nur 31 Millionen Euro. Webel will diesen Topf ebenfalls auf 80 Millionen Euro vergrößern. Ein Gesetzentwurf liegt seit Juni in seiner Schublade. Dort bleibt er vorerst auch. Denn die CDU-Fraktion will bei den Etatverhandlungen ein großes Paket für die Kommunen schnüren. „Wir streben 100 Millionen Euro zusätzliche Investmittel an - und die 80 Millionen für die Straßen kommen noch obendrauf“, sagt Vize-Fraktionschef Ulrich Thomas. Im Oktober beginnen die Verhandlungen im Landtag.