Hohe Börde l Die Arena ist verdunkelt. Im Schein weniger Lichtquellen brauchen die Augen einen Moment, um sich an die Dunkelheit zu gewöhnen. Zeitversetzt betreten vier Schülergruppen den Raum. Genug Zeit also, um aus dem Eingangsbereich zu verschwinden und sich zwischen den labyrinthartig angeordneten Holzwänden in Position zu bringen. Das Startsignal ertönt und die ersten Laserstrahlen der sogenannten Phaser sind zu hören.

Phaser heißen die Spielgeräte, die die Schüler in der Lasertag-Arena in beiden Händen halten. Denn nur mit beiden Händen am Phaser können dessen Laserstrahl, der für die Augen ungefährlich ist, ausgelöst und die Lichter an den Westen der gegnerischer Spieler deaktiviert werden.

Unterschiedliche Taktiken

Mehrere der Schüler verschanzen sich regelrecht hinter den Holzwänden und versuchen aus diesen Verstecken heraus Treffer zu erzielen. Andere verharren nur für Sekunden an einer Stelle und nutzen das gesamte Spielfeld aus, um Punkte zu erhalten.

Die Fläche der Lasertag-Arena Magdeburg erstreckt sich über 1400 Quadratmeter und liegt mitten im Einkaufszentrum Elbe-Park bei Hohenwarsleben an der Autobahn 2. Damit ist diese Arena die größte Lasertag-Anlage Norddeutschlands. Gespielt wird mit dem System „Laserforce G7“. Es ist das derzeit modernste und beliebteste Lasertag-System.

Spiel mit aktiver Weste

Einige Schüler der Klasse 8d des Stendaler Winckelmann-Gymnasiums verbuchen ihre ersten Treffer. Andere von ihnen sind die Getroffenen. Deren Westen deaktivieren sich prompt. Die jeweilige Teamfarbe erlischt auf der Brust. Der Spieler ist für einige Sekunden inaktiv. Und auch mit dem Phaser in den Händen können die Getroffenen in dieser Zeit nichts mehr anfangen. Erst, wenn die Weste wieder leuchtet, geht es für sie weiter.

Diese Spielvariante heißt „Team Deathmatch“ und ist der Klassiker unter den vielen unterschiedlichen Modi wie „Zombie“ oder „Colour Conquest“, die auch in der Magdeburger Arena gespielt werden können.

Eine gefühlte Ewigkeit heißt es laufen, verstecken, zielen, treffen und abwarten. Eine Stimme ertönt und verkündet das nahende Spielende. Zwölf Minuten sind vergangen, seitdem die Schüler die Arena betreten haben. Noch kurz sind letzte Phasergeräusche zu hören, bis das Licht aller Westen erlischt und die Schüler zurück in den Vorraum der Arena gehen.

Westen mit Namen

Die Westen – jede hat einen eigenen Namen – werden abgegeben. Mit dem Namen der Weste im Kopf gehen die Schüler nun zu einem Flachbildschirm, auf dem zu sehen ist, wer wie viele Punkte erzielt hat. Nach einem kurzen Blick auf den Punktestand – der scheint aber eher nebensächlich – setzen sich die Schüler und erholen sich vom zwölfminütigen Match. Das Spiel geht auf die Kondition.

„Solche Ausflüge machen wir jedes Jahr“, erzählt Schülerin Tami Poetzsch. Gemeinsam mit der Parallelklasse 8a und den beiden Klassenlehrerinnen ging es für die Schüler der 8d im Dezember 2017 in die Lasertag-Arena im Elbe-Park. Der Vorschlag stammt aus der Elternschaft. Zwar waren anfangs nicht alle Eltern von diesem Ausflugsziel begeistert, doch musste keiner der Jugendlichen zu Hause bleiben. „Uns macht der Ausflug großen Spaß“, sind sich die Schüler der Klassen 8a und 8d einig.

Damit die Spielregeln während der zwölf Minuten in der Arena eingehalten werden, fungiert Arena-Mitarbeiter Kevin Bastel als Spielleiter. Gemeinsam mit Freunden gründete er 2016 sogar eine professionelle Lasertag-Mannschaft. Die LAMD Eagels spielen in der 2. Lasertag-Bundesliga.

Kritik am Spiel

Doch gibt es auch Kritik am in den 1980er Jahren entwickelten Lasertag-Spiel. Experten sagen, es sei gewalt- und kriegsverherrlichend.

Kevin Bastel kennt diese Kritik, stellt sich dieser aber entgegen. So achtet er bei der Einweisung der Spieler bewusst darauf, Begriff wie „Waffe“ für den Phaser oder „abschießen“ für den Spielzug des Deaktivierens zu vermeiden. Vielmehr seien Teamfähigkeit, Ausdauer und ein taktisch kluges Vorgehen beim Lasertag gefragt.

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