Magdeburg l Die Köpfe der Mitglieder des Vereins Kulturanker qualmen zurzeit ordentlich. Schließlich geht Mitte April das nächste große Projekt des Vereins über gleich mehrere Bühnen. Am 14. April wollen die Vereinsmitglieder den Magdeburger Hasselbachplatz in den Anlaufpunkt für Musik- und Kulturinteressierte verwandeln. Unter dem Vereinsmotto „Ahoi! Veränderung“ soll an diesem Abend das „Hassel Fever“ für Musik, Performances und Kultur in gleich mehreren Bars entfacht werden.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Mädels und Jungs des Vereins eine Kulturveranstaltung planen. Im Sommer 2017 war es das Kunstfestival „Opus Aquanett“, mit dem sich der Verein in Magdeburg und über die Grenzen der Stadt hinaus einen Namen machte. Im Festivalmonat präsentierten dutzende Künstler ihre Werke auf mehreren Booten im Magdeburger Wissenschaftshafen.

Sorgfältige Planung nötig

Dass solche Kulturveranstaltungen sorgfältig geplant werden müssen, wissen die aktuell rund 25 Vereinsmitglieder. Insbesondere in der Vorbereitungsphase kommen sie deshalb häufiger an einen Tisch, um zu planen, Aufgaben zu verteilen und Termine abzusprechen.

Adrian Osterburg ist seit 2017 dabei und erlebte schon das Kunstfestival im Wissenschaftshafen mit. Seither kümmert er sich auch um den Bereich Social Media. Kein Wunder, schließlich belegt er an der Hochschule Magdeburg-Stendal den Bachelorstudiengang Journalismus. „Jeder im Verein hat seinen eigenen kleinen Aufgaben-Bereich und kümmert sich um diesen“, erklärt er. Während Adrian Osterburg also fleißig in sozialen Netzwerken postet, um für Veranstaltungen zu werben, kümmert sich der 24-jährige Lukas Schulz um die Helfer des Vereins. „Dabei handelt es sich um Jugendliche und junge Erwachsene, die zwar keine Vereinsmitglieder sind, sich aber trotzdem für die Magdeburger Kulturszene engagieren wollen“, sagt Lukas Schulz, der seit 2015 an Bord ist. Je nach eigenem Interesse können sich die Helfer unterschiedlichen einbringen – eben genau wie die Vereinsmitglieder selber.

Jüngstes Mitglied 15 Jahre

Schüler Markus Seifert ist schon seit 2016 aktiv dabei. Mit seinen Lichtinstallationen erschafft er die passende Atmosphäre für die Events des Vereins. Und das mit gerade einmal 15 Jahren, mit denen er auch das jüngste Mitglied im Verein ist. „Die meisten Mitglieder sind zwischen 20 und 30 Jahre alt“, erzählt Adrian Osterburg.

Die Tätigkeit eines jeden im Verein beschränkt sich aber nicht nur auf sein Spezialgebiet. „Jeder kann alles machen und vor allem hilft jeder jedem“, sagt Adrian Osterburg.

Talente zeigen im Verein

Die Arbeit im Verein ermöglicht es den jungen Leuten nicht nur, eigene Ideen einzubringen und getreu dem Motto „Learning by doing“ umzusetzen. Sie können auch ihre eigenen Talente zeigen. So ist Marjolaine Savoie nicht nur Mitglied im Verein und beim „Hassel Fever“ hinter den Kulissen tätig, sondern sie wird an diesem Abend auch auf der Bühne stehen. Und zwar mit ihren eigenen Songs. Ursprünglich stammt die 24-Jährige aus Kanada und kam für ein Studium nach Magdeburg. Im Oktober wurde sie dann Mitglied beim Kulturanker. „Ich wollte die Magdeburger Musiker- und Kulturszene besser kennenlernen“, erzählt sie.

Gegründet würde der Verein im Jahr 2005 von Karsten Steinmetz, der bis heute als Vorsitzender des Vereins tätig ist. Neben dem grundsätzlichen Vereinsziel, Projekte zu verwirklichen, die kulturelle Identität schaffen, soll durch das „Hassel Fever“ das Image des Hasselbachplatzes wieder aufgewertet werden. Denn das hatte in letzter Zeit durch Ausschreitungen sehr gelitten.

Mithelfer gesucht

Wer Lust bekommen hat, die Arbeit des Vereins persönlich kennenzulernen, kann sich online unter https://www.facebook.com/kulturanker/ oder über die Website des Vereins melden.