Magdeburg (dpa) l In Sachsen-Anhalt können Autofahrer wieder alte Kennzeichen benutzen – und kreativ sein. Manche können direkt zeigen, woher sie kommen: Etwa aus HAL-LE. Auch im Burgenlandkreis ist das möglich: Statt BLK auf dem Nummernschild zu haben, informieren dort 118 Fahrzeuglenker darüber, dass sie aus NEB-RA kommen. Zeitzer kriegen zwar den kompletten Ortsnamen nicht aufs Schild, 135 von ihnen schmücken sich aber mit ZZ-ZZ.

In Gardelegen wiederum gibt es eine ganze Reihe von GA-BIs – auch auf Nummernschildern. „Insgesamt wurde die Buchstabenkombination seit Wiedereinführung der Altkennzeichen 33 mal ausgegeben“, sagte die Sprecherin des Landkreises Altmarkkreis Salzwedel, Birgit Eurich. 29 Gardelegener bezeichnen sich per Autokennzeichen als GA-GA, und 51 sind laut Nummernschild nur GA-ST in ihrer Stadt. Und zehn mal reitet ein GA-UL durch Gardelegen.

KÖT-ER in Köthen

Im Landkreis Anhalt-Bitterfeld wiederum könnte man auf einen KÖT-ER treffen – 114 Kraftfahrer mit einem entsprechenden Nummernschild aus Köthen sind damit unterwegs. Zerbster dagegen scheinen es pompös zu mögen und kurven als ZE-US durch die Gegend. 100 haben jedenfalls bislang von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, sich mit dem griechischen Göttervater gleichzusetzen.

ZE-IT haben nur 38 Zerbster, wie das Landratsamt auf Anfrage mitteilte. Und sogar die ZE-HE haben fünf Autofahrer auf dem Nummernschild.

OK-AY? Diese Buchstabenkombination haben 361 Kraftfahrer aus dem früheren Ohre- und jetzigen Bördekreis auf ihrem Nummernschild. Westlich von Magdeburg wiederum fahren ganze 443 Fahrzeugbesitzer aus dem Bördekreis mit BÖ-SE umher, so Landratsamtssprecher Uwe Baumgart an.

HET-ZE in Hettstedt

Im Landkreis Mansfeld-Südharz bekennt sich so manch einer dazu, es EIL-IG zu haben. 109 Eislebener haben laut Uwe Gajowski, Sprecher des Landratsamtes, bei der Zulassung den Wunsch geäußert, damit auf der Straße zu fahren. Drei andere Bewohner EIL-EN durch den Vorharz. Zwei von 3133 Fahrzeugbesitzern aus Hettstedt dagegen haben sich für die HET-ZE entschieden.

In der kreisfreien Stadt Dessau-Roßlau bezeichnen sich immerhin 46 Fahrzeughalter freiwillig als DE-PPen, noch mehr – nämlich 99 – fahren zur DE-MO. Bei 48 ist das Nummernschild zugleich DE-KO. Den Einwohnern von Roßlau scheint das Bekenntnis zur Heimat nicht unbedingt wichtig, lediglich 2126 RSL-Kennzeichen wurden seit November 2012 ausgestellt, wie Stadtsprecher Carsten Sauer mitteilte.

Dass die neuen, alten Kennzeichen die Landkreiskennzeichen in der Regel nicht ablösen konnten, zeigt sich in fast allen Kreisen. Doch es gibt Ausnahmen: So übertreffen aktuell im Landkreis Harz 46 653 Nummernschilder aus Halberstadt (HBS), Quedlinburg (QLB) und Wernigerode (WR) die HZ-Kennzeichen, von denen 40 689 ausgegeben wurden.

Auch im Salzlandkreis geht der Weg in Richtung Altkennzeichen. Dort ist schon seit 2014 erkennbar, dass die Ascherslebener (ASL), Bernburger (BBG), Schönebecker (SBK) und Staßfurter (SFT) eher mit den Altkennzeichen als mit SLK unterwegs sind: Bei den in diesem Jahr bis August ausgegebenen Nummernschildern dominieren mit 54,4 Prozent die Altkennzeichen.