Magdeburg (dpa/mf) l Im Prozess wegen sexuellen Missbrauchs gegen einen Kindergärtner wurden am Mittwoch am Landgericht Magdeburg die Plädoyers gehalten. Die Staatsanwaltschaft forderte acht Jahre Haft, die Nebenklage hat sich der Forderung angeschlossen und zusätzlich ein Berufsverbot gefordert. Die Verteidigung hatte keinen konkreten Antrag, hielt aber acht Jahre Haft für zu hoch. Der 26-jährige Angeklagte sagte in seinem Schlusswort, dass er die Taten bereue. Das Urteil wird um 14.30 Uhr erwartet.

Zum Prozessauftakt hatte der 26-jährige Erzieher gestanden, sich mehrmals in einer Kita in Westeregeln (Salzlandkreis) an zwei damals Fünfjährigen vergangen zu haben. Zwischen April und August 2018 kam es demnach zu sieben Vorfällen, bei denen der Mann die Mädchen meist auf der Toilette sexuell missbraucht hat. Das filmte er nach eigenen Angaben auch mit dem Handy.

Der Kindergärtner, selbst Vater einer kleinen Tochter, sprach am ersten Verhandlungstag am 22. Februar von "Momenten, in denen das Denken nicht so funktioniert hat wie sonst." Er entschuldigte sich auch bei den Eltern der Opfer, die als Nebenkläger auftreten. Seit 25. August 2018 befindet sich der Angeklagte in Untersuchungshaft.