Magdeburg l Bei den Ameos-Kliniken ist in den vergangenen Monaten gewaltig etwas schief gelaufen: Da wurden Abteilungen bei den Leitstellen abgemeldet, so dass Rettungswagen stundenlang nach einer Notaufnahme suchten. Da wurden Angehörige über den Tod eines Patienten erst zwei Tage später informiert. Zudem berichtet Linken-Politiker Andreas Höppner von einer Nachtschwester, die 33 Patienten betreuen musste.

Höppner macht das Rendite-Streben des privaten Krankhausbetreibers dafür verantwortlich. „Die Versorgung müsste sich am medizinischen Bedarf und nicht an ökonomischen Zielen ausrichten“, erklärt er und fordert: „Krankenhäuser müssen wieder rekommunalisiert werden.“

Die Hände gebunden

Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) nennt die Notfallversorgung „kein Thema für Panikmache“. Ohnehin sind ihr die Hände gebunden. Grimm-Benne stellt klar: „Der Sicherstellungsauftrag liegt nicht beim Land, sondern beim Landkreis.“ Die Linken müssen sich deshalb Vorwurf gefallen lassen, letztlich im Kreistag vor fünf Jahren der Übernahme der Krankenhäuser durch den Schweizer Konzern zugestimmt zu haben.

Es dürfe allerdings nicht sein, dass sich eine „komplette Notaufnahme“ abmeldet, meint Grimm-Benne. Grundsätzlich habe Sachsen-Anhalt aber eine funktionierende Krankenhauslandschaft, sagt sie und erhält Rückhalt bei den Koalitionspartnern CDU und Grünen. CDU-Abgeordneter Detlef Gürth zu Höppner: „Sie gebährden sich als Hugo Chávez von Magdeburg, in dem sie der Kommunalisierung das Wort reden.“ Die AfD hingegen trat für die Rückführung der Krankenhäuser in die öffentliche Hand ein.

Das Land will die Not in Notfällen zumindest lindern: Leitstellen und Rettungswagen sollen landesweit eine einheitliche Software erhalten.

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