Halle (dpa) l Rund 47 Prozent der befragten Betriebe bezeichneten ihre wirtschaftliche Lage demnach als gut, 12 Prozent als schlecht, wie die Handwerkskammer Halle im Konjunkturbericht für das zweite Quartal 2020 am Mittwoch mitteilte.

Die Zahl der Beschäftigten stieg den Angaben nach geringfügig um 500 auf rund 69.000 Mitarbeiter. Der Zuwachs rührt aus einer jahreszeitlich bedingten Steigerung in den baunahen Handwerken, insbesondere in den Ausbauhandwerken und den Nahrungshandwerken. Beschäftigungsrückgänge meldeten die Handwerke für gewerblichen Bedarf und das Kfz-Handwerk.

Die Erwartungen seien angesichts des Hochfahrens der Wirtschaft ab Mai recht positiv. Die Betriebe meldeten demnach für die Monate April bis Juni gegenüber dem ersten Quartal leichte Umsatzzuwächse. Diese beruhten vor allem auf Zuwächsen in den Bauhaupt- und Ausbauhandwerken.

Die durchschnittliche Auslastung der Betriebe verbesserte sich auf 81 Prozent nach 64 Prozent im ersten Quartal. Die Auftragsreichweiten der Firmen liegen nach dem Einbruch zu Beginn der Krise mit einem leichten Plus nun im Schnitt bei sechs Wochen.

Keine Normalität

Aber: "Auch wenn die Konjunkturzahlen sich im Vergleich zum letzten Quartal deutlich gebessert haben, zur sogenannten Normalität sind viele Betriebe noch nicht wieder zurückgekehrt", erklärte Thomas Keindorf, Präsident der Handwerkskammer Halle.

"Viele längerfristige Folgen der Corona-Krise für das Handwerk werden wir wohl erst in einiger Zeit sehen", sagte er. Dazu zähle der Umsatzrückgang, der im Jahresverlauf sicher nicht überall ausgeglichen werden könne.

Laut Umfrage gehen rund 32 Prozent der Handwerksbetriebe im Landessüden derzeit davon aus, dass sich ihre wirtschaftliche Lage in den kommenden Monaten verbessern wird, 54 Prozent, dass es für sie so bleibt wie es ist, 13 Prozent, dass es ihnen schlechter gehen wird.

Die Handwerkskammer Halle hat nach eigenen Angaben rund 13.490 Mitgliedsbetriebe. Für die Umfrage wurden 3750 Betriebe angeschrieben, 226 haben geantwortet.