Magdeburg l Im vorigen Jahr wurden hierzulande exakt 8382 Drogendelikt-Fälle verbucht. Das waren gut 1000 Fälle mehr als im Jahr zuvor, was einem Plus von 14,2 Prozent entspricht. Zum Vergleich: Im Jahr 2009 wurden 4838 Drogendelikte registriert. Das geht aus der am 20. März 2018 von Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) vorgestellten polizeilichen Kriminalstatistik hervor. Der Anstieg sei einer höheren Polizeipräsenz und verstärkten Kontrollen in Schwerpunktbereichen geschuldet, sagte Stahlknecht.

Gut die Hälfte der Fälle stand im Zusammenhang mit Cannabis. Die Polizei hob 20 Plantagen aus und beschlagnahmte 2325 Pflanzen. Zur aktuellen Diskussion um eine Legalisierung von Cannabis sagte Stahlknecht: „Ich bin strikt gegen die Freigabe von Drogen jedweder Art.“

Jeder vierte Rauschgift-Fall hatte mit Crystal Meth zu tun. Im vorigen Jahr wurden 13 Rauschgift-Tote gemeldet (2016: 17). Die Polizei stellte Drogen im Gesamtwert von drei Millionen Euro sicher.

Internetkriminalität

Nach oben entwickelte sich auch die Internetkriminalität. 2017 wurden 11.052 Fälle erfasst, 12,5 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Überwiegend wurden Vermögens- und Fälschungsdelikte registriert.

Insgesamt aber zog der Minister eine positive Bilanz. Die Zahl der Straftaten insgesamt sank auf ein Zehnjahrestief. Es wurden 186.550 Fälle registriert – knapp fünf Prozent weniger als vor einem Jahr. Die Aufklärungsquote stieg minimal um 0,3 Punkte auf 55,7 Prozent.

Vier von zehn gemeldeten Taten waren Diebstähle. Die Zahl der Fälle sank von 79.599 (2016) auf 73.498 im vorigen Jahr – ein Rückgang um 7,7 Prozent.

Als einen Grund für zurückgehende Fälle nannte Stahlknecht die Polizeipräsenz in der Fläche. AfD-Innenpolitiker Hagen Kohl nannte dies eine „bewusste Fehlinterpretation der realen Gegebenheiten“. Grund für den statistischen Rückgang der Kriminalität sei der Stellenabbau bei der Polizei, sagte er. „Es fehlt schlichtweg an Personal, so dass immer weniger Straftaten angezeigt, verfolgt und ermittelt werden.“ Diese verschwänden einfach im Dunkelfeld.

Kritik kam auch vom Koalitionspartner der CDU. Für SPD-Innenpolitiker Rüdiger Erben ist die Statistik „nur begrenzt aussagefähig“. Es seien lediglich die Delikte erfasst, von denen die Polizei wisse: „Doch das sind längst nicht alle.“ Erben schlägt nach dem Vorbild von Niedersachsen eine Studie vor, die das „Dunkelfeld“, also auch die nicht angezeigten Straftaten, beleuchtet. Stahlknecht lehnt das ab.