Die Selbstanzeige des altmärkischen Bürgermeisters Rüdiger Kloth (CDU) sollte die Landesregierung wachrütteln: In der Altmark ist der Eichenprozessionsspinner örtlich zu einer gesundheitsbedrohenden Plage geworden. Die betroffenen Kommunen sind heillos überlastet. Man braucht kein Rechenkünstler zu sein, um zu wissen, dass eine kleine Gemeinde bei Tausenden potenziell betroffenen Bäumen schnell an ihre Grenzen stößt.

Erschwert wird die Bekämpfung zusätzlich durch zu viele Teilzuständigkeiten und hohe Auflagen. Wenn die Gemeinde auf ihrem Gebiet an Kitas und kommunalen Wegen bekämpft, der benachbarte Eichenwald in Zuständigkeit des Umweltministeriums aber unbehandelt bleibt, ist die langfristige Wirkung nahe null. Hier braucht es eine zentrale Koordinierung, die eine Bekämpfung landkreisübergreifend abstimmt. Und: Forstfachleute erwarten eine weitere Ausbreitung des Schädlings in den kommenden Jahren. Das Land wird die Mittel zur Bekämpfung aufstocken müssen.