Holger Stahlknecht ist ein juristisch gebildeter Mann, der Klartext redet und Willensstärke zeigt. Viele von diesem Schlag hat Sachsen-Anhalts CDU nicht. Aber es mehren sich Zweifel an Stahlknechts politischem Gespür. Erst recht nach diesem Wochenende.

Oft, bald zu oft, hat er ein Händchen fürs Falsche. So beschließt er als Parteichef, keine Steuern zu erhöhen, um als Minister einer Erhöhung dann kleinlaut zuzustimmen. Er lehnt es vehement ab, die Straßenbau-Zwangsbeiträge abzuschaffen, um dann eine 180-Grad-Wende hinzulegen. Er will ein Lehrer-Volksbegehren stoppen, obgleich das juristisch fragwürdig und politisch unklug wäre. Und nun die Sache mit Wendt. Ein Anruf beim Koalitionspartner und ein zweiter beim Amtskollegen in Düsseldorf (dort lief ein Disziplanverfahren) hätten genügt, um zu wissen, dass der Kandidat nicht geht.

2021 wird in Sachsen-Anhalt gewählt. Das Rennen um die Spitzenkandidatur in der CDU ist wieder völlig offen.