Schienenverkehr Sachsen-Anhalt

Deutsche Bahn will Elbbrücke in Barby reaktivieren

Seit mehr als 16 Jahren fährt zwischen Barby und Güterglück kein Zug mehr über die Elbe. Das will die Bahn ändern.

Die Eisenbahnbrücke über die Elbe in Barby. 2004 wurde der Verkehr eingestellt.
Die Eisenbahnbrücke über die Elbe in Barby. 2004 wurde der Verkehr eingestellt. dpa/ Jens Wolf

Magdeburg - Die 2004 stillgelegten und größtenteils abgerissenen Bahngleise von Barby nach Güterglück südlich von Schönebeck sollen wieder aufgebaut werden. Damit verbunden ist eine Reaktivierung der Elbbrücke bei Barby. Das teilte die Deutsche Bahn in Berlin mit.

Das Vorhaben gehört zu einem deutschlandweiten Reaktivierungsprogramm. Der Konzern will zunächst 20 stillgelegte Strecken mit 245 Kilometern Gleis in den nächsten drei bis zehn Jahren wieder aufbauen. Insgesamt hält der Konzern die Reaktivierung von 1300 Kilometern Gleis für lohnenswert. „Wir wollen mehr Menschen für die Bahn gewinnen, mehr Güter auf die Schiene bringen“, sagt der für die Infrastruktur zuständige Bahn-Vorstand Jens Bergmann. „Jeder Kilometer Gleis ist aktiver Klimaschutz.“

Sachsen-Anhalts Verkehrsministerium erwartet für den Güterverkehr Vorteile, wenn die gesamte 13,5 Kilometer lange Strecke vom Abzweig Seehof bei Calbe über Barby bis Güsten wieder ans Netz kommt. Damit gibt es eine Alternative zur Strecke über Magdeburg. So könne die Elbquerung in der Landeshauptstadt künftig entlastet werden, sagte Tobias Jensch von der landeseigenen Verkehrsgesellschaft Nasa. Außerdem könnten zusätzliche Regionalzüge von Magdeburg nach Dessau fahren. Jensch schätzt, dass es allerdings wohl etwa zehn Jahre dauern werde, ehe die ersten Züge wieder rollen. Vom Land geprüft werde auch eine Reaktivierung einer Strecke bei Bitterfeld.

Die Allianz pro Schiene hatte bereits 2019 die Reaktivierung stillgelegter Strecken gefordert. Im Wunschkatalog der Initiative stehen gut 4000 Kilometer bundesweit.