Corona-Pandemie

Grundschulverband fordert Verzicht auf Zeugnisnoten in Sachsen-Anhalt

Die verbleibenden 55 Tage bis zum Schuljahresende sollten statt für Leistungskontrollen, Tests und Klassenarbeiten für echte Lernzeit genutzt werden.

Von Alexander Walter
Ein Zeugnis ohne Noten? Der Grundschulverband Sachsen-Anhalt fordert, das in diesem Schuljahr zu ermöglichen. Foto: dpa

Magdeburg. Sachsen-Anhalts Grundschulverband fordert wegen der Corona-Krise, auf in diesem Jahr auf Zeugnisnoten auf dem Schuljahresendzeugnis zu verzichten, wo dies angebracht ist: „Wir appellieren an die Verantwortlichen, die Erlasslage so anzupassen, dass es möglich wird, aus pädagogischen Gründen auf eine Zensierung zu verzichten“, erklärte Grundschulverbandschefin Thekla Mayerhofer am Mittwochmorgen.

Die verbleibenden 55 Tage bis zum Schuljahresende sollten statt für Leistungskontrollen, Tests und Klassenarbeiten für echte Lernzeit genutzt werden, so Mayerhofer weiter. Schüler sollten dabei in ihrem Lernen wertschätzend begleitet werden, statt Leistungsdruck aufzubauen. Mayerhofer ergänzte, sie spreche vor allem für den Grundschulbereich, beziehe weiterführende Schulen aber in ihre Forderung ein.

Der lockdownbedingte Unterrichtsausfall mache Zeugnisnoten heute ungerechter „als jemals zuvor“. Bereits 2017 hatte der Grundschulverband gefordert, auf Halbjahresnoten zu verzichten. Der Verband begründete das damals damit, dass die Vergabe von Noten in Form von Ziffern kein realistisches Leistungsbild eines Schülers darstelle. Besser geeignet seien schriftliche Worteinschätzungen eines Schülers.

Vor dem Hintergrund lockdownbedingter Ausfälle hatte Sachsen-Anhalts Bildungsministerium die Schulleitungen zuletzt zum Halbjahr aufgefordert, auch mit den vorhandenen wenigen Zensuren aus Zeugnisnoten zu bilden.