Schulpolitik

Noten-Pläne für Realschule kommen nicht - vorerst

Von Alexander Walter

Magdeburg l In der Debatte um verschärfte Notenvorgaben für den Zugang zur Realschule bewegt sich Bildungsminister Marco Tullner (CDU) auf die Kenia-Partner SPD und Grüne zu, hält aber daran fest, die Reform nur auszusetzen: „Ich habe entschieden, dass die Regelungen zur Einstufung in den Realschul- beziehungsweise Hauptschulzweig der Sekundarschule vorerst nicht in die Versetzungsverordnung aufgenommen werden“, sagte Tullner am Montag.

Die Pläne sahen vor, dass Sechsklässler mit mehr als einer Vier auf dem Zeugnis in der Sekundarschule nicht mehr den Realschulzweig besuchen können. Stattdessen sollten sie der Hauptschule zugeordnet werden. Die Reform sollte bereits nach dem Sommer greifen. Bislang muss ein Schüler durchgängig mindestens Vieren auf dem Zeugnis haben, eine Fünf kann ausgeglichen werden.

Der ursprüngliche Vorschlag – erarbeitet durch eine Arbeitsgruppe von Schulpraktikern – solle im kommenden Schuljahr aber erneut aufgegriffen und breit diskutiert werden, betonte Tullner.

Die Pläne hatten für Proteste gesorgt. Eine Online-Petition gegen die Reform fand bis Montagabend gut 4200 Unterstützer. Meldungen aus Kreisen der Kenia-Koalition, es habe eine Einigung über die Aussetzung der Pläne gegeben, wiesen SPD und Grüne gestern zurück. Der Vorschlag müsse komplett vom Tisch, hieß es von beiden Fraktionen.

Tullner ergänzte gestern: Forderungen, Änderungen an der Versetzungsverordnung grundsätzlich zu beerdigen, seien reiner Populismus. Diese seien zwingend, um Schülern ein freiwilliges Wiederholen des Schuljahres ohne Anrechnung auf die Gesamtverweildauer zu ermöglichen

Dies sei auch das Hauptargument für die Notwendigkeit die Verordnung zu ändern.