Riesa (dpa) l Sachsens AfD-Parteichef Jörg Urban sieht in der neuen Partei von André Poggenburg keine ernsthafte Konkurrenz bei der Landtagswahl im Herbst. "Wir haben als AfD die Erfahrungen gemacht, dass diese Abspaltungsversuche in der Regel im Nirwana enden", sagte Urban am Rande des Europa-Parteitages in Riesa am Montag. Das sei schon anderen, weitaus populäreren, ehemaligen AfD-Mitgliedern nicht gelungen.

Der Ex-Landeschef der AfD in Sachsen-Anhalt, André Poggenburg, war in der vergangenen Woche aus der AfD ausgetreten und hatte umgehend die Partei Aufbruch deutscher Patrioten (AdP) gegründet. Damit will er unter anderem bei der Landtagswahl in Sachsen am 1. September antreten.

Die Delegierten in Riesa beschäftigte die Frage, ob sich Poggenburg für die Landtagswahl mit Vertretern des fremdenfeindlichen Pegida-Bündnisses aus Dresden verbünden wird. Poggenburg erklärte, eine feste Vereinbarung gebe es nicht. Dass es dazu kommen werde, sei aber "wahrscheinlich".

Pegida-Gründer Lutz Bachmann schrieb dagegen auf Facebook, dass Pegida keine eigene Partei zur Landtagswahl ins Rennen schicken werde. "Im Gegenteil, Pegida wird zur größten Tugend zurückkehren, zur Überparteilichkeit!"

AfD-Landes- und Fraktionschef Urban sagte: "Unsere Landsleute sind schlau genug zu wissen, dass wenn sie eine Veränderung wollen, dann geht das nur wenn sie erfolgreich eine Oppositionspartei groß machen und nicht kleine Splittergruppierungen zu drei, vier Prozent führen. Das sind verlorene Stimmen." Poggenburg und die AdP hätten Pegida nichts zu bieten, sagte Urban.

Die 2013 gegründete AfD hat schon mehrere Abspaltungen hinter sich. Parteigründer Bernd Lucke verließ 2015 die Partei nachdem er im Machtkampf mit dem rechtsnationalen Flügel unterlegen war. Er gründete gemeinsam mit einigen Gleichgesinnten eine neue Partei, die aber erfolglos blieb. Nach der Bundestagswahl 2017 trat die Parteivorsitzende Frauke Petry aus. Sie gründete die "Blaue Partei".