Magdeburg (dpa) l Nicht an den Handel, sondern direkt an den Endverbraucher verkaufen: 116 landwirtschaftliche Betriebe in Sachsen-Anhalt nutzen das Instrument der Direktvermarktung. Die meisten gibt es im Harz, gefolgt von der Region Anhalt-Wittenberg. Das geht aus einer Antwort des Agrarministeriums auf eine Kleine Anfrage des AfD-Abgeordneten Daniel Roi hervor.

Die Erzeuger haben sich in fünf Vermarktungsregionen zusammengeschlossen. Ziel ist es, den Tourismus und regionale Lebensmittel gemeinsam an den Mann zu bringen. Von dem direkten Verkauf versprechen sich die Betriebe einen zusätzlichen Absatzmarkt, etwa durch einen Hofladen.

Das Agrarressort förderte die Direktvermarktung im vergangenen Jahr mit rund 130.000 Euro, einen Extra-Fördertopf gebe es dafür aber nicht. Vielmehr handele es sich um Mittel, die allgemein zur Förderung des Absatzes landwirtschaftlicher Produkte zur Verfügung stünden. Für 2017 und 2018 sind das den Angaben zufolge rund 742.000 Euro; die Summe soll 2019 weiter erhöht werden. Darüber wird allerdings noch in den laufenden Haushaltsverhandlungen diskutiert.

Durch die regionale Produktion von Lebensmitteln könnten Arbeitsplätze vor Ort geschaffen werden und die Wertschöpfung bleibe in der Region, hieß es weiter. Direktvermarktung könne so auch einen Beitrag leisten, um die Attraktivität des ländlichen Raums zu erhöhen.

Aus Sicht des Ministeriums bietet der direkte Verkauf an Endverbraucher den Betrieben aber nicht nur Chancen, sondern birgt auch Risiken. So sei etwa die Nachfrage zu Beginn nur schwer zu kalkulieren, weil es sich für viele Unternehmen um einen völlig neuen Absatzmarkt handele. Zudem müssten sich die Landwirte in für sie teils neue Branchen einarbeiten – etwa wenn ein Verkaufsladen oder Gastronomie angeboten werden sollen.