Magdeburg (dpa) l Sachsen-Anhalts Landwirte haben bei der diesjährigen Getreideernte nach Angaben des Bauernverbandes knapp 6,6 Tonnen Winterweizen pro Hektar eingebracht. Das seien zwar 5 Tonnen pro Hektar mehr als im Vorjahr, der Ertrag habe aber deutlich unter dem langjährigen Mittel von 7,65 Tonnen je Hektar gelegen, teilte der Bauernverband Sachsen-Anhalt am Dienstag in Magdeburg mit.

Geringe Eiweißgehalte

Zudem habe es große regionale Schwankungen von minus 20 bis plus 25 Prozent gegeben. Doch auch bei guten Erträgen hätten die Eiweißgehalte oft unter den für Qualitätsweizen notwendigen Werten gelegen.

Bei der Wintergerste hätten Frostschäden und die Trockenheit zu einer geringeren Ernte als 2019 geführt, 5,89 Tonnen statt 6,48 Tonnen je Hektar seien im Landesdurchschnitt erzielt worden. Ein Teil der Wintergerste sei zudem vorab im grünen Zustand gehäckselt worden, um Futter für die Viehbestände zu haben.

Lokale Unterschiede

Bei Winterroggen und Winterraps wurden leichte Ertragssteigerungen erzielt, so der Verband. Auch bei diesen Sorten sei der Ertrag lokal sehr unterschiedlich gewesen.

Probleme bereitete den Bauern nach Angaben des Verbandes eine sich "massiv ausbreitende Feldmauspopulation". Rund 100.000 Hektar der landwirtschaftlichen Nutzfläche seien stark bis sehr stark befallen. Teilweise seien die Pflanzenbestände auf den Äckern zu 50 Prozent abgefressen worden, hieß es.