Glaubt man den Zahlen der Lehrerverbände schlittert Sachsen-Anhalt bei der Unterrichtsversorgung von einem Negativ-Rekord zum nächsten. Grund für die Misere: Es gelingt dem Bildungsministerium bislang nicht, die wachsende Schere zwischen Personalverlusten und Neueinstellungen zu schließen. Der Plan von Minister Tullner, 1000 Stellen in diesem Jahr auszuschreiben, ist zwar richtig. Die müssen aber auch besetzt werden.

Genau hier liegt das Problem: Bundesweit ist ein Wettkampf um Lehrer entbrannt. Will Sachsen-Anhalt Pädagogen gewinnen, muss es attraktiver werden. Dazu braucht es neben höheren Zulagen für unattraktive Stellen Ausschreibungen, die Bewerber dort abholen, wo sie stehen: ‚Du bist Lehrer? – Wir suchen dich!‘, muss die Botschaft lauten. Davon aber ist das Land weit entfernt. Auf der Webseite des Schulamtes ist etwa unter unbefristete Stellen zu lesen: „Die Bewerbungsfrist unserer Ausschreibung ist beendet.“ Wem könnte man es verdenken, wenn er sich da umorientiert.

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