Sachsen-Anhalts Linke hat beim Parteitag nicht mit Selbstkritik gegeizt. Die Ergebnisse der Kommunal- und Europawahl wurden als „desas- trös“ und „katastrophal“ gewertet. Personelle Querelen und inhaltlicher Streit auf Bundesebene hätten geschadet. Wie aber geht es weiter? Viel war von Erneuerung die Rede. Doch letztlich dominierte eine gewisse Ratlosigkeit, wie diese genau aussehen soll. Angriffslustiger solle die Partei werden, Kernthemen müssten stärker besetzt werden, eigene Talente seien zu fördern. Alles richtig – doch so richtig neu klang das alles nicht. Dass der neue Landeschef bei seiner Wahl nur knapp 70 Prozent der Stimmen bekam, war jedenfalls kein Zeichen für Aufbruchstimmung.

Die Linke ist noch in der Findungsphase. Klar ist indes, dass die Partei auf ein rot-rot-grünes Bündnis setzt. Nicht zuletzt angesichts des schlimmen Erscheinungsbildes der Kenia-Koalition gibt es für diese Konstellation viel Sympathie auch bei SPD und Grünen. Das wird die Arbeit in der zerstrittenen Dreier-Koalition weiter belasten.