Magdeburg l Moderne, helle Patientenzimmer, Hygieneschleusen, mehr Platz für Patienten, Ärzte und Schwestern: Die Klinik für Bluterkrankungen und Krebs (Hämatologie und Onkologie) wurde für gut 100.000 Euro saniert und auf modernsten Stand gebracht. In der Spezialklinik mit 27 Betten werden Patienten mit akuten Erkrankungen wie Leukämie behandelt. Zumeist sind fast alle Betten belegt. Acht Monate nach seiner Notschließung ist das Haus wieder komplett am Netz. „Wir sind total froh“, sagt Klinikdirektor Professor Thomas Fischer. Vor knapp einem Jahr sah das noch anders aus.

Hauptproblem: Im Haus der Krebsklinik war auch eine Station für Infektionskrankheiten untergebracht. Es galt nicht als ausgeschlossen, dass sich Keime von dort in die hochsensible Blutkrebsstation ausbreiten und das Leben der schwerstkranken Patienten gefährden. Seit 2017 hatte die Klinik die erheblichen Probleme angeprangert. Doch nichts passierte.

Das änderte sich 2019 mit dem Antritt des neuen Uniklinikchefs Hans-Jochen Heinze. Der schloss im Mai die Klinik. Patienten mussten in anderen Spezialkliniken behandelt werden. Die Aktion war so spektakulär wie umstritten. Wissenschaftsminister und AufsichtsratschefArmin Willingmann sowie Sozialministerin Petra Grimme-Benne (beide SPD) fühlten sich von der Schließung überrumpelt und sahen den Ruf des Uniklinikums durch „Alarmismus“ gefährdet.

Heinze verteidigte den rigorosen Schritt und berief sich auf ein Gutachten. Die externen Prüfer hatten akute bauliche und hygienisch-technische Mängel festgestellt. Nicht allein in der Hämatologie, sondern auch in weiteren Bereichen. Heinze bezifferte den Investitionsbedarf für die gesamte Uniklinik auf 800 Millionen Euro in den kommenden Jahren.

Halle ist besser

Mittlerweile ist der Pulverdampf verflogen. „Die Politik hat sich bewegt“, sagt Heinze. Die Klinikleitung hat ein Baukonzept vorgelegt. Gestern tagte der Aufsichtsrat, in dem auch Minister sitzen. Haupziel: Die mit ihren vielen Einzelhäusern weit verzweigte Klinik benötigt unter anderem ein weiteres Zentralgebäude. Noch immer müssen viele Patienten auf dem Gelände von Station zu Station gefahren werden: Etwa für MRT, Herz- oder Hautuntersuchungen. Das geschieht mit Krankenwagen. Und das ist teuer. „Allein diese Dezentralität kostet uns jährlich 17 Millionen Euro“, sagt Heinze.

Ins Kontor schlägt auch die zeitweise Schließung der Hämatologie: Dadurch fehlen 2,1 Millionen Euro Einnahmen. Für das vergangene Jahr erwartet man für die gesamte Magdeburger Uniklinik ein Defizit von 33 Millionen Euro. An der Uniklinik Halle ist das Ergebnis ausgeglichen; dort ist der Campus moderner.