Ein hoher Anteil von Schülern mit Migrationshintergrund ist nicht per se problematisch. Kommen die Kinder aus Elternhäusern, die schon länger in Deutschland leben und integriert sind, kann das gut funktionieren.

An Einrichtungen wie der Hallenser Gemeinschaftsschule Kastanienallee liegt der Fall allerdings anders: Mehr als die Hälfte der Schüler der Schule sind nach Angaben des Kollegiums Sprachanfänger. Können die Zuwanderer in den Pausen aber problemlos etwa Arabisch sprechen, bleibt der Druck, sich zu integrieren gering. Viele Schüler kamen zudem als Flüchtlinge, oft mit Traumatisierungen oder einer Erziehung in patriarchalischen Gesellschaften. Die Sprache ist in solchen Fällen oft nicht das einzige Integrationshemmnis.

Die Standardantworten des Schulsystems mit einer begrenzten Deutschförderung versagen hier. Will das Land Brennpunkte verhindern und den Zuwanderern eine Chance geben, muss es an Einzelschulen deutlich mehr investieren.

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