Magdeburg (dpa) l Ein Glas alkoholfreien Sekt für die Kabinettskollegen und eine kleine Feier im Familienkreis: Zu seinem 65. Geburtstag am Dienstag plant Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) keine große Party. Es werde ein ganz normaler Arbeitstag, sagte Regierungssprecher Matthias Schuppe. Einen Empfang werde es nicht geben. "Der ein oder andere wird aber sicherlich zum Gratulieren vorbeikommen", sagte Schuppe. Haseloff betrachte den 65. nicht als runden Geburtstag. "Das ist für ihn, wenn man 60 oder 70 wird."

Haseloff will am Dienstag wie gewohnt die Kabinettssitzung leiten. Es ist seine erste Woche mit vollem Terminkalender nach einer Operation an den Stimmbändern. Der CDU-Politiker hatte sich vor einer Woche wegen Dauerheiserkeit die Stimmbänder in der Magdeburger Uniklinik operieren lassen – vor allem bei den Sitzungen der Kohlekommission hatte er teils stundenlang reden müssen. Haseloff könne bereits wieder leise sprechen, sagte Regierungssprecher Schuppe. "Es wird von Tag zu Tag besser." Er habe seinem Chef aber geraten, auf mehrstündige Grundsatzreferate zunächst noch zu verzichten.

Alkoholfreier Sekt

Zu seinem Geburtstag will es Haseloff demnach bei alkoholfreiem Sekt belassen, den er seinen Ministern ausgibt. "Der Sekt kommt natürlich aus Sachsen-Anhalt", sagte Schuppe. Eine kleine Feier im Kreis der Familie steht dem Regierungssprecher zufolge dann am nächsten Wochenende daheim in Wittenberg an. Das Geschenk der Familie ist auch schon klar: Im Sommer soll es eine Woche lang auf eine Reise nach England gehen, um sich Universitätsstädte und gotische Kathedralen anzusehen.

Mehr Zeit zum Reisen werde kaum bleiben, prophezeite Schuppe. "Es gibt in Sachsen-Anhalt in diesem Jahr so viele tolle Jubiläen." Haseloff freue sich besonders auf viele Veranstaltungen zu 100 Jahren Bauhaus und den Sachsen-Anhalt-Tag Anfang Juni in Quedlinburg. Die historische Fachwerkstadt im Harz feiert gleich mehrere Jubiläen. Seit 25 Jahren trägt Quedlinburg den Welterbe-Titel der Unesco, vor 1100 Jahren wurde Sachsenherzog Heinrich (876-936) zum König der Sachsen und Franken erhoben.

Politisch wolle sich Haseloff auch im neuen Lebensjahr vor allem für die Gestaltung des Strukturwandels in den Braunkohleregionen einsetzen, sagte Schuppe. Bereits in den vergangenen Monaten hatte es der CDU-Politiker wie ein Mantra vor sich hergetragen, dass es erst neue Jobs und Perspektiven für die Menschen brauche, bevor man ein Datum für den Kohleausstieg festlegen könne. Höhere Löhne und der weitere Abbau der Arbeitslosigkeit stünden wie die generelle Angleichung der Lebensverhältnisse zwischen Stadt und Land sowie West und Ost auf Haseloffs Prioritätenliste ganz oben, sagte Schuppe.

Der in Bülzig im heutigen Landkreis Wittenberg geborene Haseloff ist seit 2011 Ministerpräsident in Sachsen-Anhalt. Seit 2016 regiert er mit dem bundesweit ersten Bündnis aus CDU, SPD und Grünen – wegen den Farben der Landesflagge auch Kenia-Koalition genannt.