Magdeburg l In normalen Jahren erntet die Agrargenossenschaft Hohenseeden (Jericho­wer Land) 33 Dezitonnen Raps pro Hektar Acker. Das sind 3300 Kilo. Doch es ist nichts mehr normal. 2018 waren es 20 Dezitonnen. Dieses Jahr gar nur mickrige 12 Dezitonnen. Nun baut Hohenseeden keinen Raps mehr an. „Die Kosten sind höher als die Erlöse“, sagt Enrico Naue, Vize-Geschäftsführer des Agrarbetriebs. Dramatisch sieht es auch beim Tierfutter aus. Der Betrieb wollte Ackergras säen, aus dem später Silo gemacht wird. „Keine Chance“ sagt Naue. „Der Boden ist bis zu zwei Meter tief ausgetrocknet.“ Konsequenz: 300 der 600 Milchkühe mussten weg. Fünf Melker verloren ihren Job.

Schäden summieren sich

Schon das zweite Jahr in Folge plagen Dürre und Missernten viele Höfe. 2018 summieren sich die Schäden allein in Sachsen-Anhalt auf etwa 500 Millionen Euro. Der Staat hilft mit 60 Millionen Euro. 2019 liegen die Schäden bei etwa 400 Millionen Euro, schätzt Olaf Feuerborn, Chef des Landesbauernverbandes. Das Desaster konzentriert sich auf den Osten des Bundeslandes und die Altmark. Dort wurde im Schnitt 50 Prozent weniger geerntet als normal.

Etwa drei Viertel aller Ackerflächen sind gegen Hagelschäden versichert – aber erst 0,2 Prozent gegen Dürrekatastrophen, schätzt der Gesamtverband der Versicherer. Hauptgrund: Dürren traten in Deutschland bislang sehr selten auf. Die Schäden sind dann allerdings sehr hoch. Sie lagen 1992 in Deutschland bei 2,1 Milliarden Euro und 2018 bei 3 Milliarden Euro. Die Policen sind daher sehr teuer.

Policen sind zu teuer

Drei Viertel aller EU-Staaten haben bereits solch einen staatlich geförderten Schutz, sagt Agrar-Versicherungsexperte Rainer Langner. „Und dann können die Bauern sich eine solche Police auch leisten.“

"Eine Unwetter-Police ist gut", schreibt unser Autor im Kommentar.