Magdeburg (dpa) l Die Linke will ihr Ohr noch genauer an die Landbevölkerung halten – und plant dazu mit Blick auf die Kommunalwahl 2019 einen Mitmach-Parteitag. "Wir haben Erfolge, es gibt positive Beispiele im ländlichen Raum, darüber muss man reden. Aber Mängel und Probleme müssen genauso benannt werden. Und das ist der Ansatz für die nächsten Kommunalwahlen und die Arbeit danach", sagte der Linken-Landesvorsitzende Andreas Höppner in Magdeburg.

Bei dem Parteitag am Samstag in Benndorf im Landkreis Mansfeld-Südharz werde es auf mehreren Podien mit Parteimitgliedern und Nicht-Parteimitgliedern um die Arbeit von Ortsbürgermeistern, Wirtschaft und Gesundheit gehen. "Es ist wichtig, dass man erfährt, wie tickt ihr, was ist da los, was habt ihr erreicht? Wie habt ihr euren Verein gerettet, wie konntet ihr die Feuerwehr stärken, wie konntet ihr den Spielplatz machen?" Die Menschen sollten zu Wort kommen, es werde keine "Frontbeschallung" geben. Er selbst werde erst am Ende sprechen, sagte Höppner.

Zentral ist laut dem 50-Jährigen die Einsicht: "Parteien spielen im ländlichen Raum nicht mehr so die wesentliche Rolle." Es täten sich dort Vereine und diverse Vereinigungen sowie freie Wählergemeinschaften zusammen. "Das merkt man sehr deutlich, weil die Leute auch enttäuscht wurden von den Parteien." Der 50-Jährige ist selbst Ortsbürgermeister von Kloster Neuendorf, einem Ortsteil von Gardelegen.

Höppner kündigte an: "Wir treten auf jeden Fall wieder mit offenen Listen an, es können also auch Nicht-Parteimitglieder bei uns kandidieren. Das ist regelmäßig passiert bei den letzten Kommunalwahlen." Viele Menschen seien auf diesem Weg schon zur Linken gekommen. "Das erhoffen wir uns auch bei den nächsten Kommunalwahlen, dass wir wieder so stark in den Parlamenten überall vertreten sind." Bei der Kommunalwahl 2014 mit der Wahl der Kreistage und Stadträte von Magdeburg, Halle und Dessau-Roßlau hatte die Linke sich leicht auf 21,9 Prozent verbessert.

Höppner sagte: "Die Menschen auf dem Land wollen genauso behandelt werden wie in der Stadt, wo ja investiert wird." Deshalb dürfe man auf dem Land nicht stetig weniger ausgeben mit dem Argument, dort lebten immer weniger Menschen. Vielmehr seien Investitionsoffensiven nötig und mehr Unterstützung für Initiativen vor Ort. "Vereine, die Feuerwehr, Rentnerclubs agieren auf den kleinen Dörfern oft zusammen, um Festivitäten auf die Beine zu stellen, aber auch um sich gegenseitig zu helfen. Da braucht es mehr Unterstützung", sagte Höppner. Zudem bräuchten vor allem kleine Gemeinden mehr finanzielle Spielräume. Die Menschen vor Ort wüssten am besten, welche Probleme es gibt und wie man sie angeht.