Sachsen-Anhalt vergibt seine Nahverkehrs-Netze vor allem an jene Unternehmen, die neue, komfortable Wagen anbieten und zudem garantieren, dass auf allen Zügen ein Schaffner an Bord ist. Das ist auch gut so. Doch das wird nicht mehr ausreichen. So schön und wichtig Internetverbindungen und Infopakete für Smartphones in Zügen sind - ohne Lokführer dreht sich kein Rad. Künftig muss das Land viel stärker darauf achten, inwieweit ein Anbieter in der Lage ist, rechtzeitig genügend Personal zu akquirieren. Das wird immer schwieriger, da Tausende Kollegen in Rente gehen und Nachwuchs - wie in vielen Branchen - rar ist.

Auch die Debatte um schwach genutzte Strecken erhält eine neue Dimension. Bislang ging es vor allem um die Zahl der Fahrgäste und die Kosten - die beim Bus deutlich niedriger sind als bei einem Zug. Bald steht auch die Frage, ob es angesichts des akuten Personal-Mangels überhaupt noch machbar ist, kleinste Linien zu bedienen.