Leipzig/Halle (dpa) l Die Organisatoren eines Konzertexperiments zu Großveranstaltungen in Corona-Zeiten mit Popsänger Tim Bendzko (35, "Keine Maschine") haben weniger Teilnehmer gewinnen können als angepeilt. Bis zum Ende der verlängerten Anmeldefrist registrierten sich 2210 Menschen zwischen 18 und 50 Jahren, wie Christina Becker von der Universitätsklinik Halle am Montag (17. August) sagte.

Eigentlich wollten die Forscher für ihr Experiment am kommenden Sonnabend in der Leipziger Arena 4200 Teilnehmer gewinnen und hatten die Anmeldefrist um eine Woche verlängert. Dadurch kamen mehr als 300 weitere Anmeldungen dazu. Die Forscher sind zufrieden. "Das ist eine Größenordnung, mit der wir gute Ergebnisse erwarten können", sagte Studienleiter Stefan Moritz. "Wir müssen kleine Abstriche machen, aber das ist verschmerzbar."

Projekt von Sachsen und Sachsen-Anhalt

Das Konzert "Restart-19" ist ein gemeinsames Projekt der Länder Sachsen-Anhalt und Sachsen. Ziel der Forscher ist, ein mathematisches Modell zu entwickeln, mit dem das Risiko eines Corona-Ausbruchs nach Großveranstaltungen in Hallen berechnet werden kann.

Die Auswertung soll im Oktober vorliegen. Alle Teilnehmer müssen für Sonnabend einen negativen Corona-Test vorweisen und während des Versuchs FFP2-Masken tragen. Entsprechende Test-Kits für einen Corona-Test zuhause würden in den nächsten Tagen verschickt und müssten vor der Veranstaltung zurückgesendet werden, hieß es. Die Organisatoren rechnen nicht damit, dass dieses Prozedere viele gewonnene Teilnehmer noch abschreckt. Es gebe schriftliche Anleitungen und auch ein Video, das erkläre, wie der Test funktioniere, sagte Uniklinik-Sprecherin Becker.

Derzeit sind Großveranstaltungen untersagt, weil Infektionsherde befürchtet werden. Neben Kultur- und Konzertveranstaltungen betrifft das auch viele Profisportvereine, die monatelang gar nicht oder vor leeren Rängen spielten. Das Konzertexperiment wird daher auch vom Leipziger Handball-Bundesligisten SC DHfK unterstützt.