Magdeburg l Der Corona-Gipfel zog sich bis in die späten Abendstunden hin. „Es gab ein paar neuralgische Punkte“, sagte Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) nach der Schaltkonferenz.

In der Sache verständigten sich Kanzlerin und Länderchefs darauf, dass private Zusammenkünfte im Dezember auf den eigenen und einen weiteren Haushalt, jedoch in jedem Fall auf maximal fünf Personen begrenzt werden. Kinder bis 14 Jahre sind davon ausgenommen. Über Weihnachten werden die Beschränkungen gelockert. Ab dem 23. Dezember bis zum 1. Januar sind Treffen „im engsten Familien- oder Freundeskreis“ möglich – und zwar bis maximal zehn Personen insgesamt. Dazugehörige Kinder bis 14 Jahre sind davon ausgenommen.

Die Schlangen vor Läden könnten im Weihnachtsgeschäft wieder länger werden. Denn für den Einzelhandel sollen Auflagen verschärft werden. In Läden mit mehr als 800 Quadratmetern Verkaufsfläche ist künftig nur noch ein Kunde je 20 Quadratmeter erlaubt. Bisher war es eine Person je 10 Quadratmeter. Bis zu einer Fläche von 800 Quadratmetern soll sich höchstens eine Person pro zehn Quadratmeter befinden.

Der Bund hatte zunächst eine generelle Begrenzung von einer Person auf 25 Quadratmeter gefordert.

Zudem soll es eine neue Hotspot-Strategie geben. Ab einer sogenannten Inzidenz über 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen sollen strengere Maßnahmen gelten. Dazu zählen zusätzliche Regelungen im Bereich der Schulen. Bei „diesen Super-Hotspots“ müsse ins Schulregime eingegriffen werden, sagte Haseloff. Es müsse dann etwa Wechselunterricht geben.

Bisher wurden Corona-Regeln ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 35 und 50 verschärft.

In Sachsen-Anhalt wurden vom 24. auf den 25. November 349 neue Corona-Fälle registriert. Die meisten davon (65) im Landkreis Börde, gefolgt vom Burgenlandkreis (52).

Die höchste Sieben-Tage-Inzidenz hat momentan mit einem Wert von 150,69 der Landkreis Jerichower Land. Am besten steht derzeit der Altmarkkreis Salzwedel da – mit einem Wert von 57,71.

Gastronomie sowie Freizeit- und Kultureinrichtungen bleiben bis zum 20. Dezember geschlossen. „Die weitere Schließung der Branche bis in den Dezember muss dazu führen, dass die gleichen Entschädigungszahlungen erbracht werden wie die versprochenen Hilfen für November“, forderte Sachsen-Anhalts Hotel- und Gaststättenverband. „Es wird eine Dezember-Hilfe geben“, sicherte Haseloff am Abend zu.

Ein generelles Verbot von Silvesterfeuerwerk ist nicht mehr geplant. Länder und Kommunen sollen das Böllern „auf belebten Plätzen und Straßen“ aber verbieten, um größere Gruppenbildungen zu vermeiden. Die Rede ist auch von einer Empfehlung, auf ein Silvesterfeuerwerk zu verzichten. Öffentlich veranstaltete Feuerwerke wie am Brandenburger Tor soll es nicht geben. Ein Verkaufsverbot gibt es nicht.

Am Donnerstag will Merkel im Bundestag zur Pandemie sprechen.