Weißandt-Gölzau | Sachsen-Anhalts AfD geht selbstbewusst in die nächste Landtagswahl: „2021 kommt für uns die Zeit, einen Regierungsanspruch zu stellen“, sagte der Landesvorsitzende Martin Reichardt bei einem Parteitag am Sonnabend in Weißandt-Gölzau (Landkreis Anhalt-Bitterfeld). „Unser Spitzenkandidat wird ins Rennen um das Ministerpräsidentenamt gehen. 2021 wird Sachsen-Anhalt blau.“

Reichardt gab das Ziel aus, das Ergebnis der AfD bei der sächsischen Landtagswahl zu übertreffen. Dort war die Partei vor einer Woche mit 27,5 Prozent auf Platz 2 hinter der CDU (32,1 Prozent) gelandet. In Sachsen-Anhalt hatte die AfD im Frühjahr 2016 aus dem Stand 24,3 Prozent geholt.

Die AfD-Wähler, aber auch viele konservative CDU-Wähler „wollen keine weiteren Kenia-Experimente“, sagte Reichardt. „Nur eine starke AfD wird dazu führen, dass konstruktive konservative Kräfte in der Union an Einfluss gewinnen.“

AfD-Debatte in der CDU

In der CDU war zuletzt die Debatte um eine künftige Zusammenarbeit mit der AfD neu entflammt. Reichardt sagte an die Adresse der Union: „Wir haben es nicht nötig, bei den Wahlverlierern um politische Anerkennung zu betteln.“

Reichardt mahnte die Partei zur Geschlossenheit. „Wir müssen den Zustand des gärigen Haufens ablegen. Wir müssen es, weil der Wähler mittelfristig von uns verlangt, dass wir Verantwortung übernehmen. Wenn aber ein Haufen zu lange gärt, besteht die große Gefahr, dass es auch mit der Übernahme von Verantwortung Essig ist.“

Neues AfD-Schiedsgericht

Der AfD-Landesverband wählt heute ein neues Schiedsgericht. Zudem wird über eine Entlastung des alten Landesvorstands entschieden. Die Rechnungsprüfer empfehlen, den Vorstand für das Kalenderjahr 2017 nicht zu entlasten.

Die AfD in Sachsen-Anhalt hat derzeit nach eigenen Angaben 1170 Mitglieder. (mit dpa)