Magdeburg l Der frühere Verbandsdirektor der Wohnungswirtschaft, Jost Riecke, ist von den Sozialdemokraten zu den Freien Wählern gewechselt. Er war zuvor 26 Jahre Mitglied der SPD. Ende vorigen Jahres hatte er für den SPD-Landesvorsitz kandidiert, in der Stichwahl aber gegen den Landtagsabgeordneten Andreas Schmidt mit respektablem Ergebnis verloren. Seine Mitarbeit sei in der SPD nicht mehr erwünscht, sagte er gestern der Volksstimme. Die Freien Wähler seien bürgernah, ideologiefrei und pragmatisch.

Riecke ist nicht der erste prominente Neuzugang der Freien Wähler. Im Januar hatten sich mit dem Osterburger Bürgermeister Nico Schulz und Rüdiger Kloth (Bürgermeister in Seehausen) in der Altmark bekannte frühere CDU-Politiker der Partei angeschlossen. Seit dem Wechsel des ehemaligen AfD-Landtagsabgeordneten Jens Diederichs zu den Freien Wählern sind diese auch im Parlament vertreten.

Andrea Menke, die Parteivorsitzende, war einst Vize-Landeschefin der Frauen-Union der CDU. Auch ihr Ehemann Johannes Menke war früher CDU-Mitglied und Landeschef der Werteunion. Er gilt jetzt als Strippenzieher bei den Freien Wählern, die in Sachsen-Anhalt nach eigenen Angaben 230 Mitglieder haben. Meinung