Lichtspektakel am Himmel Gibt es bald wieder Polarlichter über Sachsen-Anhalt? Warum die Prognose schwierig ist
Nur selten können Polarlichter über Sachsen-Anhalt beobachtet werden. Doch erst im Januar tanzten die bunten Lichter auch hierzulande über den Himmel. Gibt es bald die nächste Chance auf das Spektakel?

Magdeburg/Halle (Saale)/DUR/dpa. - Nachdem im Januar vielerorts in Sachsen-Anhalt Polarlichter am Himmel zu sehen waren, liegt die Frage nahe, ob das Himmelsspektakel hierzulande bald wieder beobachtet werden kann.
Doch die Antwort darauf ist gar nicht so leicht zu finden. Denn die Vorhersagen, wann und wo Polarlichter auftreten, ist schwierig und nur kurzfristig möglich.
Polarlichter über Sachsen-Anhalt: Wie entstehen sie?
Verantwortlich für die Polarlichter über Deutschland im Januar war ein sogenannter geomagnetischer Sonnensturm, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) seinerzeit erläuterte. Denn nur bei starken Sonnenausbrüchen können Polarlichter in unseren Breitengraden beobachtet werden. Alle elf Jahre ist das in der Regel der Fall.
Dann ist die Sonne besonders aktiv, es kommt zu sogenannten Sonnenflecken. Von diesen Sonnenflecken bläst die Sonne geladene Teilchen in teils heftigen Schüben ins Weltall. Diese treffen dann auf das Magnetfeld der Erde. Dort werden sie laut DWD zu den Polen hin abgelenkt und dringen in die Erdatmosphäre ein.
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Je nach Höhe zeigen sich die Teilchen dann in einem bestimmten Licht. So wird beispielsweise das grüne Polarlicht hauptsächlich von Sauerstoffatomen in etwa 120 Kilometern Höhe erzeugt. Sauerstoffatome in einer Höhe von etwa 200 Kilometern erzeugen das rote Polarlicht.
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Ob diese zu sehen sind, hängt von vielen Faktoren ab - beispielsweise von der Zeit der Sonnenausbrüche. "Trifft ein Teilchenstrom die Erde am Vormittag, ist es eher unwahrscheinlich, nachts noch etwas zu sehen“, erklärt Sami Solanki, Direktor am Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung.
Solanki zufolge ist es vorab schwer abzusehen, wann genau wieder Polarlichter am Himmel zu sehen sind. Prognosen seien nur kurzfristig möglich. Für alle Fans der bunten Lichter lohne es sich, die entsprechenden Vorhersageportale im Blick zu behalten - und das besonders am 5. Februar.
Extreme Sonneneruption macht Chance auf Polarlichter in Deutschland möglich
Mehrere Medien berichten unter Berufung auf die Prognosen der NOAA (US-Wetterbehörde), dass eine extreme Sonneneruption in den nächsten zwei Tagen für Polarlichter in Norddeutschland, etwa in Schleswig-Holstein oder Mecklenburg-Vorpommern, sorgen könnte.
Für Mitteldeutschland hingegen werden die Chancen, das Himmelsphänomen erneut zu beobachten, von den Experten bisher eher gering eingeschätzt.
Vorhersage für Polarlichter nur kurz wenige Minuten im Voraus möglich
Ganz genau weiß man in der Regel nur kurz vorher, ob Polarlichter auftauchen können. So lässt sich mithilfe von Satelliten eine "Last-Minute"-Vorhersage treffen.
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Die Satelliten würden den Sonnenwind im Detail vermessen, so die Max-Planck-Gesellschaft. "Vom Zeitpunkt der Messung an dauert es nur noch 15 bis 60 Minuten bis der magnetische Teilchensturm auf die Erdatmosphäre peitscht" erläutert sie. Vorhersagen für Polarlichter würde es daher meist nur etwas 30 Minuten im Voraus geben.
Übrigens: Polarlichter heißen am Nordpol Nordlicht (aurora borealis) und am Südpol entsprechend Südlicht (aurora australis).