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Winterlicher Februar Polarwirbel in Gefahr: Warum die klirrende sibirische Kälte Sachsen-Anhalt treffen könnte

Ein mächtiges Tiefdrucksystem schützt Deutschland aktuell vor eisiger Polarluft. Dennoch zeigt sich der Winter in Sachsen-Anhalt mit Schnee und frostigen Nächten. Mitte Februar könnte sich die Wetterlage jedoch drastisch ändern.

Von Franziska Peinelt Aktualisiert: 04.02.2026, 11:32
Ein Polarwirbel-Split könnte eiskalte Luft direkt nach Sachsen-Anhalt bringen. Meteorologen warnen vor einer möglichen Verschärfung ab Mitte Februar.
Ein Polarwirbel-Split könnte eiskalte Luft direkt nach Sachsen-Anhalt bringen. Meteorologen warnen vor einer möglichen Verschärfung ab Mitte Februar. (Symbolfoto: dpa | Stephen M. Dowell)

Magdeburg/Halle (Saale). – Extreme sibirische Kälte mit Temperaturen bis nahe minus 20 Grad bleibt Deutschland vorerst erspart. Verantwortlich dafür ist ein kräftiges Tiefdrucksystem, das sich über Europa befindet. Mitte Februar könnte sich das ändern.

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Europa zwischen Eiszeit und Wetterpuffer

Während weite Teile Russlands unter klirrender Kälte mit Werten um –30 Grad gelitten haben, verläuft die Entwicklung hierzulande deutlich moderater. Deutschland liegt derzeit zwischen mehreren mächtigen Druckgebilden.

Im Januar hielten Hochdruckzentren über Skandinavien und Russland sowie das Sturmtief Harry im Westen einander in Schach. Dadurch blieb der direkte Zustrom sibirischer Eisluft blockiert. 

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Das Hoch über Skandinavien ist aktuell immer noch da. Gleichzeitig sorgt ein Tiefdruckgebiet über dem Atlantik dafür, dass es nicht weiter vorankommt. Laut t-online treffen die beiden Luftmassen über Deutschland genau aufeinander. Bis zum 12. Februar könnten sie über das Wetter in Sachsen-Anhalt bestimmen.

Ein weiteres Hoch über Grönland drückt das Wetter in der zweiten Februarhälfte wieder in Richtung Hochwinter, so t-online. Dieses Hoch, welches sich immer weiter aufbläht, drückt die Tiefdrucksysteme über dem Atlantik weiter nach Süden und öffnet damit die Tür für eiskalte Winde aus dem Osten.

Polarwirbel könnte im Februar über Europa zusammenbrechen

Zwischen dem 11. und 14. Februar könnte sich die Wetterlage drastisch verschärfen. Sollten die Berechnungen der Meteorologen stimmen, könnte der Polarwirbel gespalten werden. Das könnte die eisige Polarluft direkt nach Sachsen-Anhalt führen.

Normalerweise hält der Polarwirbel die kalten Luftmassen im Norden fest. Erwärmt sich aber die Stratosphäre, kann der Wirbel instabil werden. Als Folge verformt oder spaltet er sich. Gegenüber t-online erklärte der Meteorologe Dominik Jung, dass dieses Szenario winterliche Bedingungen begünstigt, die mehrere Tage bis Wochen anhalten können.

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Er betont im Interview aber auch, dass der Polarwirbelsplit nicht automatisch einen Dauerwinter auslöst, sondern die Wahrscheinlichkeit für das winterliche Wetter erhöht. Ob die sibirische Kälte und die Schneemassen wirklich nach Sachsen-Anhalt kommen, kann deswegen nicht sicher gesagt werden.