Dessau-Roßlau | Im Dessauer Stadtteil Roßlau ist es am Morgen des Pfingstsonntags zu einem schweren sexuellen Übergriff auf ein Mädchen gekommen. Polizei und Staatsanwaltschaft bestätigten das am Montagnachmittag in einer gemeinsamen Pressemitteilung. Ein verdächtiger 27-jähriger Mann aus dem Niger konnte demnach festgenommen werden. Er soll ein geduldeter Asylbewerber sein. Das Kind ist dem Vernehmen nach neun Jahre.

Der Bereitschaftsrichter für das Amtsgericht Dessau-Roßlau folgte dem Antrag der Staatsanwaltschaft und erließ Haftbefehl wegen des Verdachts des „schweren sexuellen Missbrauchs". Der Beschuldigte wurde in die Untersuchungshaftanstalt gebracht.

Für die Fahndung nach dem Mann, der auf einem Fahrrad geflüchtet war, war in den Mittagsstunden lange ein Hubschrauber über der Stadt gekreist.

Zeugen hatten Schreie gehört und den Mann an den Elbwiesen gesehen. Der Zugriff in Roßlau erfolgte laut Polizei am Pfingstsonntag gegen 13.30 Uhr.

Bei Facebook kursierte zudem der Aufruf zu einer Demo am Abend am Bahnhof. Diese sollte unter dem Motto „Schützt unsere Kinder" stehen. Wie die Polizei am Pfingstsonntagabend mitteilte, zogen etwa 100 Demonstranten ab 18.30 Uhr bei einer Spontandemo durch Roßlau.

Zum Schutz des Kindes würden seitens der Polizei und der Staatsanwaltschaft während des Ermittlungsverfahrens keine weiteren Auskünfte erteilt, hieß es. Gegen den 27-Jährigen soll nach Informationen der Volksstimme schon wegen ähnlicher Delikte ermittelt worden sein. In der Stadt hatten die Straftat und die Ermittlungen am Sonntag für große Aufregung gesorgt.